Merck und Wyeth setzen auf Vorsprung durch Größe

Je größer, desto besser: Die US-Pharmariesen Merck & Co und Wyeth sehen sich gegenüber kleineren Konkurrenten in den nächsten Jahren noch stärker im Vorteil. Sie könnten mehr Geld für die Forschung ausgeben und mit dem Risiko von Rückschlägen bei der Entwicklung von Medikamenten besser umgehen, sagten Führungskräfte beider Konzerne auf einer Pharma-Strategie-Konferenz in New York.

Das Problem sei, dass es nur wenige Medikamente in die klinische Spätphase der Entwicklung schafften, sagte Mercks Chef-Stratege Mervyn Turner. Und häufig merken die Hersteller laut Turner erst dann, dass sie die Krankheit doch noch nicht so gut verstanden haben wie zuvor angenommen. "Um sich gegen diesen Schock zu wappnen, braucht man als Unternehmen eine entsprechende Größe", sagte er. Lediglich drei Medikamente würden pro Jahr in den USA auf den Markt kommen, die auf einem bedeutenden neuen Wirkmechanismus basieren.

Großkonzernen falle es zudem aufgrund ihrer Vertriebsstärke leichter, mit den Medikamenten große Umsätze zu erwirtschaften, so lange sie unter Patentschutz stehen, sagte Thomas Hofstätter, der für die Geschäftsstrategie verantwortliche Manager von Wyeth. "Man muss die Laufzeit eines Patents voll ausschöpfen, sonst ist sie vergeudet." Wyeth wird gerade von Pfizer übernommen und geht davon aus, dass die Konsolidierung der Branche weitergehen wird. Konkurrent Merck will die Übernahme von Schering-Plough im vierten Quartal abschließen.

Anders bewertete die Lage der Chef des französischen Arzneimittelherstellers Ipsen, Jean-Luc Belingard. Es werde auch weiterhin viele kleine und mittelgroße Firmen geben, so lange sie die richtigen Technologien und Strategien hätten, sagte Belingard, dessen Konzern im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Euro Umsatz machte. Zum Vergleich: Merck und Wyeth erlösten 2008 beide mehr als 20 Mrd. Dollar (13,53 Mrd. Euro).