Zeitspanne bis zur Marktreife soll reduziert werden

Medikament-Entwicklung: Grazer RCPE baut aus

Die Beschleunigung der Medikamenten-Entwicklung und die Personalisierung von Medikamenten hat sich das Grazer K1-Kompetenzzentrum "Research Center Pharmaceutical Engineering" (RCPE) verschrieben. Das im Vorjahr eröffnete Kompetenzzentrum fährt auf Expansionskurs: Bis Jahresende soll das aus 45 Mitarbeitern bestehende Team auf 60 aufgestockt werden. Innerhalb der kommenden zwei Jahre will man auf 80 Mitarbeiter ausbauen.

Derzeit braucht ein Medikament rund zwölf Jahre, bis es auf den Markt kommt", so Johannes Khinast, wissenschaftlicher Geschäftsführer des RCPE im Gespräch mit der APA. Die Forschungsarbeit in Graz soll diese Zeitspanne - und vor allem auch den Kostenaufwand von bis zu zwei Mio. Dollar (1,36 Mio. Euro) - deutlich reduzieren. "Die Entwicklungskosten sind sicherlich um zehn Prozent senkbar, die Entwicklungszeiten um ein bis zwei Jahre", meint der Grazer Verfahrenstechniker, der 2005 vom weltweit ersten Institut für Pharmaceutical Engineering an der Rutgers University im US-Bundesstaat New Jersey an die Technische Universität Graz zurückgeholt wurde.

Die mittlerweile langen Entwicklungszeiten und die enormen Kosten sind selbst für große Pharmakonzerne zum Problem geworden. Deswegen wird am RCPE versucht, die Produkt- und Prozessentwicklung im Pharmabereich zu optimieren, indem die Produktionsbedingungen verbessert und Simulationstechniken für die Forschung entwickelt werden, erklärte Khinast.

In der Pharmaindustrie und dem Anlagenbau hat sich die Arbeit der Grazer bereits einen Namen gemacht: Nach einem Jahr sei die Zahl der Industriekooperationen um rund 40 Prozent auf 25 Partner gestiegen, schilderte der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Klein. "Wir haben in diesem Jahr Forschungsprojekte mit einem Projektvolumen von zehn Mio. Euro unterschrieben und zählen mit weiteren vier bis fünf Mio. Euro bis Jahresende", so Klein. Unter den industriellen Forschungspartnern finden sich u.a. Roche Diagnostics, Merck, Sandoz Austria und Fresenius Kabi.

Bis morgen, Freitag, findet an der TU Graz der "Congress for Pharmaceutical Engineering" statt. Rund 150 führende Medikamentenentwickler, Repräsentanten von Herstellerfirmen und Behördenvertreter aus Europa sowie den Vereinigten Staaten informieren und diskutieren über neueste Forschungsresultate der Arzneimittelforschung und -erzeugung.

Service: Detaillierte Infos zu den Forschungsbereichen des RCPE online unter http://www.rcpe.at abrufbar.