Krankenhaus Wien-Nord: "transparentes Verfahren"

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Bei dem Bau des Krankenhauses Wien-Nord in Floridsdorf handelt es sich um ein völlig transparentes Verfahren. Das betonte Wilhelm Marhold, Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) und Auftraggeber des Großprojektes, am 30. September im Rahmen eines Informationstags zum geplanten Bau. "Es gibt keinen Grund zu glauben, dass der KAV etwas verheimlicht", so der Direktor. Zur Veranstaltung wurden Medien und KAV-Mitarbeiter geladen.

In punkto Kosten meinte Marhold, dass der Zuschlag an das Konsortium "sicher nicht zu jedem Preis und sicher nicht aus Zeitdruck" erfolge. Die Grobkostenschätzung für das Krankenhaus Wien-Nord, das in Floridsdorf gebaut werden soll, liege bei 605 Mio. Euro. Dabei handle es sich um den Preis für das "bezugsfertige Krankenhaus" ohne Ausstattung und medizinische Einrichtungen. In den Schätzung seien auch die Kosten für die Dekontaminierung des ÖBB-Grundstücks, auf dem gebaut wird, nicht enthalten.

Marhold betonte, dass es eine Preisobergrenze gibt - die er mit Verweis auf die Verhandlungen nicht nennen wollte. Er wies jedoch auf die "Ersparnisse" durch den Neubau hin: 700 Mio. Euro an Sanierungskosten für die Krankenhäuser bzw. Abteilungen, die aufgelassen bzw. nach Wien-Nord übersiedelt werden. Dadurch würden auch jährlich Betriebskosten von 45 Mio. Euro gespart. Zusätzlich könnte der KAV laut Schätzungen der Magistratsabteilung 69 ("Liegenschaftsmanagement") aus dem Verkauf der dann leerstehenden Gebäude etwa 100 Millionen Euro lukrieren.

Zeitplan hält

"Wir sind im Zeitplan", betonte der KAV-Direktor zum Verhandlungs- und Planungsstand. Im Moment befinde man sich in der "Vorentwurfsphase", das heißt, es werden die ersten Pläne erstellt und Raumgrößen festgelegt. 2010 soll mit den Dekontaminierungsarbeiten am ÖBB-Grundstück begonnen werden, derzeit werden auf dem Gelände Probebohrungen durchgeführt.

Wann es aber zu einem Abschluss der Gespräche mit dem Bieter-Konsortium Porr-Siemens-Vamed kommen soll, ist weiterhin ungewiss - spätestens jedoch am 31. Dezember 2010 soll es soweit sein. Bis zu diesem Stichtag läuft nämlich das Voreintrittsrecht des KAV, das ihm ermöglicht, das ÖBB-Grundstück in Floridsdorf noch vor dem Konsortium zu kaufen.

Es werde kein Hinauszögern geben, betonte Marhold: "Wir haben nicht vor, die Kaufoption zu verlängern und das weiß das Konsortium auch." Es werde "beinhart" verhandelt und das Projekt parallel geplant, um keine Zeit zu verlieren. Für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen könne man jederzeit "switchen" und mit anderen Anbietern Gespräche führen, wie Marhold bereits des Öfteren betont hatte.

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