"Healix" ist laut Bretbacher "ausfallsicher"

"Healix": Patientendaten im Geschwindigkeitsrausch

Röntgen-Bilder, Befunde oder Krankengeschichten von A nach B zu übermitteln, kann mitunter eine mühsame, langwierige und kostenintensive Angelegenheit sein. Mit "Healix" soll nun alles anders werden. Das in Wien präsentierte Gesundheitsnetzwerk will künftig als Datenautobahn dafür sorgen, dass Informationen über Patienten im Höchsttempo durch die Glasfasern sausen. Nach einer Testphase soll "Healix" noch im Dezember in Wien, Nieder- und Oberösterreich in Betrieb gehen.

"Früher hat jeder mit jedem kommuniziert - und das in unterschiedlichsten Strukturen und Bandbreiten", sagte Johannes Bretbacher, Sprecher des Healix-Konsortiums, im Rahmen einer Pressekonferenz. Doch nicht nur die Schwerfälligkeit des technologischen Durcheinanders, auch die Sicherheit war verbesserungsfähig. "Healix" ist laut Bretbacher "ausfallsicher".

Rückgrat des Systems sind die Knotenpunkte in den Landeshauptstädten. Über sie werden die Daten dann bis hinunter ins lokale Netz transferiert. Ein weiterer Vorteil für die medizinische Kundschaft: einheitliche Tarife. Für den Datenaustausch werden keine zusätzlichen Gebühren eingehoben.

Aber auch für die Patienten könnte bald schon ein neues Zeitalter der Vereinfachung und Entbürokratisierung anbrechen. Weil sämtliche Informationen gespeichert sind, müssen Befunde und Röntgenbilder nicht mehr aufbewahrt bzw. zu jedem Arzttermin mitgebracht werden. Ein Mausklick genügt - und schon erscheinen die gewünschten Daten am Bildschirm. "Das hilft Patienten, verhindert den Verlust von Befunden und spart Kosten durch die Vermeidung von Doppel-Untersuchungen", berichtete die Linzer Röntgenologin Anna Scheurecker, die bereits Erfahrung mit "Healix" gesammelt hat.

Derzeit wird "Healix" von 50 Gesundheitseinrichtungen genützt - seit kurzem auch vom St. Anna Kinderspital in Wien. "Autobahnbauer" war Österreichs zweitgrößter Telekom-Anbieter Tele2. Eine Erweiterung der Infrastruktur ist jedenfalls fix eingeplant. Laut Bretbacher haben Salzburg und das Burgenland schon Interesse bekundet.