H1N1-Vakzine - Österreich in guter Situation

Frankreich hat 94 Mio. Dosen Schweinegrippe-Impftstoff gekauft und die Bestellung von 50 Mio. Dosen storniert. Allein die deutschen Bundesländer - exklusive des Bundes (Bundeswehr, Ministerien etc.) haben 50 Mio. Dosen bestellt. Österreich befindet sich - bei nachlassender Impffreudigkeit der Bevölkerung gegen A(H1N1) in einer relativ günstigen Position, betonte man im Gesundheitsministerium. Nicht mehr als rund 600.000 Dosen wären derzeit wirklich auf Lager.

Zu Beginn der Erhältlichkeit der Vakzine hatte das Ministeriums aufgrund eines Vorververtrages mit Reservierung von bis zu 16 Mio. Dosen A(H1N1)-Impfstoff (bei zwei Teilimpfungen möglicher Schutz für die gesamte Bevölkerung) rund 520.000 Dosen abgerufen. "280.000 davon sind abgerechnet, also verimpft", sagte ein Sprecher des Ressorts. Bleiben rund 240.000 Dosen, die derzeit noch in den Impfzentren sind. Genauere Informationen sind derzeit nicht möglich, weil es sich bei der Schweinegrippe-Vakzine jeweils um Großpackungen handelt, die eben für öffentliche Impfaktionen vorgesehen sind.

Hinzu kam eine Nachbestellung von rund 600.000 Dosen. Insgesamt rund 1,1 Mio. Dosen wurden somit geordert. Österreich hat für den Vorvertrag insgesamt rund 33 Mio. Euro seit dessen Bestehen bezahlt. Davon werden die aktuell abgerufenen Vakzine-Dosen jeweils abgezogen. Derzeit gibt es Verhandlungen über die zukünftige Vertragsgestaltung mit Impfstoffhersteller Baxter. Eine Influenza-Pandemie erfolgt zumeist in mehreren Wellen. Laut Experten ist die Impfung weiterhin zu empfehlen.

In der ersten Jännerwoche haben sich laut Ministerium genau 2.764 Kinder und Erwachsene gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Damit wurden bisher exakt 271.897 Personen immunisiert. Aufgrund der Erkrankungszahlen setze sich die Pandemiewelle in Österreich weiter fort, in Proben sei neben dem A(H1N1)-Virus kein anderer Influenzaerreger nachgewiesen worden. Die Zahl der Behandlungen im Krankenhaus hat seit 21. Dezember pro Woche kontinuierlich von 99 auf 92 und schließlich auf 35 Patienten abgenommen.

Bei den Wiener Stichprobenmessungen stellte man von der letzten Dezemberwoche 2009 auf die erste Woche im Jahr 2010 einen Anstieg der Erkrankungen von 7.200 auf 8.200 fest. Zuvor hatte es einige Zeit einen anhaltenden Rückgang gegeben. In Graz wurde bei Hochrechnungen von 4. bis 10. Jänner, verglichen mit 14. bis 20. Dezember 2009, eine Abnahme von 2.435 auf 1.908 Patienten registriert. Eine österreichweite Einschätzung sei aufgrund der Feiertage nicht möglich, so ein Sprecher.