Ernährungskongress - Von Hirnforschung profitieren

Richtiges Essen beginnt im Kopf. Deshalb wollen Diätologen in Zukunft verstärkt von der Hirnforschung profitieren. Bei ihren Beratungen können sie ihren Klienten zwar alles über das Essen erzählen, doch stellt sich die Frage, ob das bei den Menschen ankommt.

"Wenn man sich die Erkenntnisse aus der Wissenschaft ansieht, muss man vielleicht die Beratung für die richtige Ernährung komplett überdenken", sagte die Präsidentin des Verbandes der Diaetologen Österreichs am Donnerstag bei der Eröffnung des 27. Ernährungskongresses in Wien.

"Hunger, Sättigung oder Geschmack wird über das Gehirn gesteuert", so Hofbauer. Oft werde Gehirn und Ernährung auf sogenanntes Brain Food reduziert, doch "es stecken ganz andere Dimensionen dahinter", sagte die Kongressleiterin. Dabei komm der Arbeit der Diätologen große Bedeutung zu. Pro Jahr werden 1,5 bis zwei Millionen Österreicher von Diätologen beraten.

"Was kann Hirnforschung bewirken, damit die Beratung bei Mann und Frau ankommen", fragte auch Gesundheitsminister Alois Stöger (S), der den Kongress eröffnete. Der Minister sieht darin viel Potenzial für die Prävention. "Vielleicht brauchen Menschen dann später weniger Medizin", so Stöger.

Geistige Leistungsfähigkeit durch Ernährung steuerbar

Dass gehirngerechte Ernährung auch in der Praxis umsetzbar ist, darüber referiert die steirische Diätologin Daniela Grach am Nachmittag. "Eine Mangelversorgung des Gehirns kann neben Gedächtnisproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten zu Verwirrungszuständen, Stimmungsveränderungen und Depressionen führen", so Grach. Eine ausgewogene Ernährung sei wesentlich für die volle geistige Leistungsfähigkeit und Erhaltung dieser.

Als Energiequelle für das Gehirn sieht Grach die Glukose. "Die konstante Versorgung mittels komplexer Kohlenhydrate und ein stabiler Blutglucosespiegel ist eine Grundlage für die geistige Leistungsfähigkeit", berichtete die Diätologin in ihrem Abstract. Deshalb ist gerade bei Kindern und Jugendlichen mehrere und regelmäßige Mahlzeiten pro Tag besonders wichtig. Es bestehe laut Studien ein Zusammenhang zwischen Frühstücksgewohnheiten von Schülern und ihren Lern- und Konzentrationsfähigkeiten, so Grach.