Die Hanfpflanze enthält eine Vielzahl an Cannabinoiden

Cannabinoide

Die bekanntesten Cannabinoide der Hanfpflanze

Die Hanfpflanze besitzt über 100 Cannabinoide und es werden ständig neue entdeckt. Vielen davon wird eine Heilwirkung in bestimmten Bereichen nachgesagt.

Die wichtigsten Cannabinoide der Hanfpflanze
 
Nachdem die Hanfpflanze lange Zeit zu Unrecht auf ihre psychoaktive Wirkung reduziert wurde, hat mittlerweile international ein starker Trend zur Liberalisierung eingesetzt. Auf diese Weise floriert die lange unterdrückte Erforschung ihrer gesundheitlichen Vorzüge. Der Verkauf von CBD-Ölen als De-facto-Lifestyle-Produkt in Reformhäusern, Drogerien, Hanfshops und Apotheken ist auf die Möglichkeit zurückzuführen, bestimmte Cannabinoide, die keine berauschende Wirkung entfalten, aus der Hanfpflanze heraus zu extrahieren. Der Restgehalt an THC dieser Produkte darf in Österreich nicht mehr als 0,3 % sein.  
 
Wie viele verschiedene Cannabinoide enthält die Hanfpflanze?
 
Neben CBD und THC, den beliebtesten Cannabinoiden, sind zurzeit 113 Cannabinoide bekannt. Diese Zahl kann heute schon veraltet sein, weil Wissenschaftler ständig neue entdecken. Manche Forscher gehen bereits von 144 Cannabinoiden und mehr aus, welche die Hanfpflanze in sich verbirgt. Aus therapeutischer Sicht besitzt CBD das breiteste Wirkspektrum. Doch in Einzelbereichen können andere Cannabinoide die Wirkung von CBD ergänzen oder sogar übertreffen. Es lohnt also, sich mit den wichtigsten Cannabinoiden der Hanfpflanze zu befassen.
 
Alle Bestandteile der Hanfpflanze – ob Kelch, Blüten, Stängel und Samen – enthalten Cannabinoide in unterschiedlicher Ausprägung und mit unterschiedlichen Eigenschaften. CBD wird für die Herstellung der beliebten CBD-Öle zum Beispiel ausschließlich aus den Blüten extrahiert. Ein Blick in die Anatomie der Cannabispflanze zeigt warum: In den Blüten befindet sich die höchste Konzentration an CBD. 
 
Zwei Seiten derselben Medaille: Endocannabinoide und Pyhtocannabinoide
 
Sämtliche Cannabinoide, ob Phytocannabinoide (pflanzlich) oder Endocannabinoide (körpereigen), wirken über das Endocannabinoid-System (ECS) des Menschen, das zugleich sein größtes Bionetzwerk ist. Die Interaktion der Cannabinoide mit dem ECS wird hauptsächlich über die CB1- und CB2-Rezeptoren hergestellt. Das bewirkt, dass die Regelkreise dieses Systems in Schwung bleiben. Bei den Endocannabinoiden sind Anandamid, 2-AG und Virodhamid am bekanntesten. 
 
Innerhalb des ECS wirken manche Phytoannabinoide wie CBD dämpfend und andere wie THC stimulierend. Die dämpfenden Cannabinoide besitzen deshalb den Ordnungsbuchstaben CB und die aktivierenden Cannabinoide den Ordnungsbuchstaben TH. Die wichtigsten Phytocannabinoide sind nach heutigem Kenntnisstand die folgenden.
 
Welche Cannabinoide sind die potentesten?
 
CBC (Cannabichromen): Dieses Cannabinoid wirkt antibakteriell, antifungal, entzündungshemmend und beruhigend. Wenn es um die Lösung von Angst und Stress geht, ist es rund zehnmal wirksamer als CBD, sodass es sich für Betroffene als Alternative oder Ergänzung zum CBD anbietet. Beobachtungen zeigten zudem die Fähigkeit von CBC an, das Wachstumsgewebe von Knochen anzuregen.  
 
CBN (Cannabinol): Das Cannabinol ist das Oxidationsprodukt von THC mit einer entsprechenden berauschenden Wirkung. Darüber hinaus weist es aber auch eine Reihe nützlicher Wirkungen auf. CBN wirkt entkrampfend, antibakteriell, schmerzlindernd, antiasthmatisch und antioxidativ. Das Cannabinoid verstärkt die Wirkungen von THC und übertrifft in der schlaffördernden Wirkung den Heileffekt von CBD. Ähnlich wie THC regt es den Appetit an.  
 
CBG (Cannabigerol): Cannabigerol ist in der Beautybranche aufgrund seiner Wirkung gegen Hautprobleme beliebt. Pasten werden mit CBG angereichert, die dann auf die Haut aufgetragen werden. CBG kann ebenfalls Verspannungen lösen, das Wohlbefinden verbessern, Schmerzen lindern und Übelkeit bekämpfen. Ein weiterer Effekt ist die appetitanregende Wirkung.
 
THCV (Tetrahydracannabivarin): THCV wirkt wie THC psychoaktiv, aber mit einer um 20 % geringeren Wirkkraft. Seine Stärken sind die krampflösenden und neuroprotektiven Eigenschaften. Darüber hinaus ist THCV in der Diätszene ein beliebtes Mittel, weil es den Appetit zügelt und den Fettabbau beschleunigt. 
 
THCA (Tetrahydrocannabinolsäure): THCA ist ein Vorprodukt von THC. Die entsprechende Umwandlung geschieht über den Prozess der Decarboxylierung. Die Tetrahydrocannabinolsäure ist bekannt für ihre neuroprotektive Wirkung, sodass ihre Anwendung bei Erkrankungen am Nervensystem wie Parkinson, Multiple Sklerose, Chorea Huntington und Alzheimer diskutiert wird. 
 
CBDV (Cannabidivarin): CBDV wirkt auf neuroprotektiver Ebene und ist ähnlich wie THCA ein Heilmittel, dem von Experten ein hohes Potenzial bei der Behandlung neuropathischer Erkrankungen nachgesagt wird. Am stärksten ist CBDV in der Linderung von Krämpfen. Darüber hinaus kann das Cannabidivarin bei Epilepsie, neuropathischen Schmerzen und Übelkeit von Nutzen sein.