Bayer-Widerspruch gegen Nexavar-Ablehnung

Das Pharmaunternehmen Bayer hat am Donnerstag Widerspruch gegen die Nicht-Aufnahme seines Leberkrebsmittels Nexavar in das britische Gesundheitssystem eingelegt. Die Entscheidung der britischen Sondergesundheitsbehörde Nice, das Medikament wegen des zu hohen Preises nicht im staatlichen Gesundheitssystem anzuwenden, sei widersprüchlich und stehe nicht in Einklang mit den eigenen Regeln der Behörde, kritisierte die für den Bereich Krebsmedizin zuständige Bayer-Managerin Nicole Farmer in London.

Die britische Gesundheitsbehörde hatte im November erklärt, der von Bayer genannte Preis für das Medikament sei zu hoch, um eine Erstattung der Behandlung zu rechtfertigen. Die Behörde hatte Nexavar auch zur Behandlung von fortgeschrittenem Nierenkrebs als zu teuer eingestuft.

Nach Angaben einer Nice-Sprecherin wird der Einspruch von Bayer nun zunächst rechtlich geprüft, bevor ein Anhörungstermin festgesetzt wird.

Bereits im Mai hatte die Nice das Mittel abgelehnt. Der Leverkusener Konzern hatte allerdings gehofft, die Behörde mit einem überarbeiteten Vorschlag zu Vergütung und Patientenzugang umstimmen zu können. Bayer verweist zudem darauf, dass Nexavar in anderen EU-Ländern wie Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich zur Behandlung von Leberkrebs erstattet wird.

Leberkrebs gilt als besonders aggressive Krebsart. Die meisten Menschen bekommen diese Diagnose zu einem Zeitpunkt, an dem es für eine Operation bereits zu spät ist. Eine Behandlung mit Nexavar gehört dann zu den wenigen Optionen, die es für die Patienten noch gibt. Nexavar zählt zusammen mit dem Thrombosemedikament Xarelto zu den wichtigsten Medikamenten von Bayer.

Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern mit dem Präparat, das zur Behandlung von Nierenkrebs sowie Leberkrebs bereits in vielen Ländern auf dem Markt ist, einen Umsatz von 462 Millionen Euro. In allen Anwendungsgebieten werden Nexavar Spitzenumsätze von mehr als zwei Milliarden Euro pro Jahr zugetraut.