Ärzte-Impfungen: 10.000 Dosen für Wiener Spitäler

Knapp 300.000 Mediziner, Pfleger sowie Beschäftigte der Infrastruktur (Reinigungspersonal etc.) können sich ab sofort mit zwei Teilimpfungen ("Celvapan") gegen Infektionen mit der "Neuen Grippe" (auch: "Schweinegrippe") schützen lassen. Der Rest der Bevölkerung ist erst ab 9. November an der Reihe.

Am Dienstag (27. Oktober) hat die freiwillige Impfaktion in den meisten Bundesländern begonnen, wie viele daran teilnehmen werden, ist noch ungewiss. Für die 32.000 Mitarbeiter im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) wurden vergangenen Freitag 10.000 Impfstoff-Einheiten an alle Spitäler verteilt. Die Abgabe erfolgt direkt in den Krankenhäusern und wird von diesen individuell organisiert.

Der ständige Kontakt mit der Landessanitätsdirektion Wien ermögliche bei Bedarf eine sofortige Nachbestellung, erklärte Susanne Drapalik, Leiterin der KAV-Stabsstelle für Sofortmaßnahmen. Bleibe in einem Spital etwas übrig, erfolge eine Umverteilung. "Der Sinn ist es, so wenig wie möglich zu verwerfen." Die Rezeptgebühr wird komplett von der Stadt Wien übernommen. Gerechnet wird mit einer Beteiligung von 30 bis 40 Prozent des Gesundheitspersonals: "Wir gehen davon aus, dass es ähnlich wie bei der saisonale Influenza sein wird." Voranmeldungen führe man nicht durch, daher gebe es noch keine Zahlen. Auch nach Anlauf der Impfung für die Gesamtbevölkerung, werde das Gesundheitspersonal weiter eigens immunisiert.

Niedergelassene Ärzte können sich in extra eingerichteten Stellen impfen lassen. In Wien werden diese ab Mittwoch geöffnet sein. Bis 6. November können sich die Mediziner dorthin wenden. Der Anstrom an Impfwilligen ebbt nicht ab: Hatten sich bis zum Beginn des Wochenendes rund 1.300 niedergelassene Ärzte beziehungsweise deren Personal für Impfungen angemeldet, stieg die Zahl nun nochmals deutlich an. "Es kommen jetzt laufend noch Meldungen rein", so eine Sprecherin der Ärztekammer am Dienstag gegenüber der APA. Sie rechne mit rund 1.500 Anmeldungen der insgesamt 4.600 Personen umfassenden Sparte in Wien. Offensichtlich habe die mediale Berichterstattung mehr Bewusstsein geschaffen.

Konstant blieben die Zahlen aus den Reihen der Apotheker, die wie die niedergelassenen Ärzte gesondert geimpft werden. Man halte nach wie vor bei rund 1.000 Vormerkungen, auch wenn es noch vereinzelt Nachmeldungen gebe, hieß es aus der Apothekerkammer.

Langsam angelaufen sind die Impfmaßnahmen im Burgenland: Im Krankenhaus Kittsee, das als einziges Spital im Bundesland am Dienstag mit der Immunisierung begonnen hat, wurden insgesamt sieben Personen geimpft, hieß es am frühen Nachmittag auf APA-Anfrage aus dem Büro von Gesundheitslandesrat Peter Rezar (S). In den Bezirkshauptmannschaften Mattersburg und Neusiedl am See starteten die Impfungen am Dienstagnachmittag. Im Ambulatorium der Burgenländischen Gebietskrankenkasse in Eisenstadt finden am Mittwoch ab 14.00 Uhr die ersten Injektionen statt.

Noch verhaltener reagierte das Gesundheitspersonal in der Steiermark: Im Magistrat Graz öffnete die Impfstelle am Dienstagnachmittag ihre Pforten. Innerhalb einer Stunde ließen sich vier Bedienstete beraten, jedoch keiner impfen. Die Landessanitätsdirektion startet am Mittwoch mit Impfungen. Die Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaften (KAGes) haben noch gar kein "Celvapan" eingelagert und können daher noch gar nicht beginnen: Es wurde noch nichts bestellt, da die Erhebung des Bedarfs an den Kliniken noch laufe, hieß es am Dienstag.

In den NÖ Landeskliniken lagen am Dienstag rund 1.200 Anmeldungen für Impfungen gegen die Schweinegrippe vor. Etwa 5.800 seien es vonseiten der niedergelassenen Ärzte inklusive Pflegedienste, Kurheime und Sonderheime, so Landessanitätsdirektor Alfred de Martin zur APA. Über die Beteiligung könne er noch nichts sagen.

Kärnten beginnt später

Noch nicht gestartet haben die Immunisierungen in Kärnten: "Der Impfbeginn für das Gesundheitspersonal ist am 2. November, Risikogruppen können voraussichtlich ab 9. November geimpft werden", erklärte Elisabeth Oberleitner von der Landessanitätsdirektion gegenüber der APA. Für Mittwoch sei eine Einschulung geplant, das Personal müsste erst in die Dokumentationsmethodik eingeführt, Aufklärungsblätter müssten noch vervielfältigt und ausgeliefert werden. "Es ist viel logistische Arbeit, wir stecken mitten im Prozess", sagte Oberleitner.

Generell rechnet man in Kärnten damit, dass sich etwa ein Drittel des Gesundheitspersonals impfen lassen möchte. "Einzelne kleine Krankenanstalten winken schon ab, dort gibt es so wenige Interessenten, dass sie auf den Impfstoff verzichten und die Impfwilligen an die nächste Bezirksstadt verweisen werden", so Oberleitner.

In den Salzburger Landeskliniken hielt sich der Ansturm auf die Schweinegrippe-Impfung in Grenzen: 40 der insgesamt rund 3.700 im medizinischen Bereich beschäftigten Mitarbeiter haben sich an den ersten beiden Tagen - am Freitag sowie am Dienstag - eine Spritze verpassen lassen. Die Aktion werde aber in den nächsten Tagen fortgeführt, so Kliniken-Sprecherin Mick Weinberger gegenüber der APA. Viele Anmeldungen zur Impfung verzeichnete hingegen die Salzburger Ärztekammer. Am Dienstag wurde mit der Impfung begonnen, wie viele niedergelassene Mediziner sich schon am ersten Tag immunisieren ließen, ist noch nicht bekannt.

In Oberösterreich wurde das Gesundheitspersonal, darunter auch niedergelassene Ärzte und Apotheker, schriftlich über die Möglichkeit einer Impfung informiert. Rund 2.800 Personen haben sich danach angemeldet. Die doppelte Menge an "Celvapan", weil ja zwei Teil-Impfungen notwendig sind, wurde an die jeweiligen Verabreichungsstellen verteilt. "Diese Zahl dient als Mengengerüst, wir haben aber genügend Reserve, für jene, die sich nicht angemeldet haben und trotzdem geimpft werden wollen", sagte Landessanitätsdirektor Stefan Meusburger. Laut dem Verteilungsschlüssel des Ministeriums stehen Oberösterreich insgesamt 68.000 Einheiten zur Verfügung.

In Tirol waren am Dienstag noch keine landesweiten Daten über die Beteiligung an der Schweinegrippe-Impfaktion im Gesundheitswesen verfügbar. "Die Immunisierung startet heute zunächst in einigen Krankenhäusern, der Rest folgt erst nächste Woche", sagte Landessanitätsdirektor Christoph Neuner gegenüber der APA. Die ersten Zahlen über eine Teilnahme würden frühesten am Donnerstag bekanntgegeben. Bei der Tiroler Ärztekammer hieß es, dass der Grad der Immunisierung unter den niedergelassenen Ärzte erst in ein paar Wochen feststehen würde. "Wir haben in Tirol keine zentralen Impfzentren eingerichtet und somit auch keinen Überblick über die Teilnahme", erklärte Ärztekammer-Direktor Günther Atzel. Die niedergelassenen Ärzte würden sich zum Teil gegenseitig impfen.

Auch in Vorarlberg ist das Interesse des medizinischen Personals noch nicht abschätzbar. In den Landeskrankenhäusern erfolgte am Dienstag eine Information für die Mitarbeiter. Wie die Beteiligung ausfallen werde, lasse sich erst in ein, zwei Wochen sagen, hieß es. Die Impfwilligkeit der niedergelassenen Ärzte kann ebenfalls noch nicht beurteilt werden. Laut Auskunft der Ärztekammer, die in wöchentlichem Wechsel je einen Impfarzt pro Sanitätssprengel bestellte, erfolge die terminliche Übereinstimmung über die Praxen. Daher gebe es keine Anmeldezahlen. Die derzeit diensthabenden Impfärzte vermeldeten zwar nach dem langen Wochenende durchwegs volle Wartezimmer, impfwillige Ärzte, Apotheker oder deren Mitarbeiter waren jedoch kaum darunter.