10. November 2009 11:42
Volkskrankheit Diabetes stark im Zunehmen
Rund 500.000 Österreicher leiden laut Schätzungen der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) an Zuckerkrankheit, und die Tendenz ist stark steigend. Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Erblindung seien oft schwerwiegende Folgen von Diabetes. Die Versorgungslage für Diabetiker wird in Österreich kritisiert und nach wie vor als höchst unzureichend bemängelt, hieß es in einer Aussendung des Krankenhauses Schwarzach anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November. Experten fordern vor allem verstärkte Maßnahmen zur Prävention.
Volkskrankheit Diabetes stark im Zunehmen
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Der im vergangenen Jahr erstellte "Euro Consumer Diabetes Index" reihte Österreichs Behandlungssystem gemeinsam mit Zypern und Malta europaweit auf den letzten Platz. Die Diabetes Initiative Österreich plädiert aus diesem Grund für mehr Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, Präventivmaßnahmen und flächendeckend moderne Therapiestandards. Das Krankenhaus Schwarzach im Salzburger Pongau hat hier eine Vorreiterrolle eingenommen: Ein professionelles Team aus Ärzten und Beratern bietet umfangreiche Schulung, Betreuung und Behandlung an.

"Wir unterscheiden zwischen dem genetisch bedingten und eher seltenen Typ 1- sowie dem häufigeren, aber in vielen Fällen vermeidbaren Typ 2-Diabetes", erklärte Jörg Berger, Oberarzt in der Abteilung für Innere Medizin im KH Schwarzach. "90 Prozent der Patienten leiden an Typ 2, ein Großteil dieser Erkrankungen ist durch falschen Lebensstil bedingt. Besonders wichtig für eine erfolgreiche Therapie ist die Früherkennung und sofortige Umstellung der Lebensgewohnheiten bei zutreffender Diagnose."

Risikogruppen besser identifizieren

Risikogruppen sind insbesondere Menschen mit Diabetes in der Familienanamnese, Übergewicht, zu wenig Bewegung, Bluthochdruck oder niedrigem HDL-Cholesterin - aber auch Frauen, die unter Schwangerschaftsdiabetes gelitten haben. "Besondere Aufmerksamkeit ist auch bei Patienten mit Gefäßkrankheiten geboten", so Berger. "Alle diese Personenkreise müssen wir künftig noch besser identifizieren und aufklären."

Der Weltdiabetestag wird jährlich am 14. November von der internationalen Diabetes Föderation IDF und der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen. Mittlerweile ist der "World Diabetes Day" auch ein Tag der Vereinten Nationen. Diese haben im Jahr 2006 in einer eigenen Resolution Diabetes als erste nichtinfektiöse Krankheit zu einer ebenso großen Gefahr für die Menschheit erklärt wie etwa die ansteckenden Krankheiten Malaria, Tuberkulose oder Aids. Der Weltdiabetestag steht heuer unter dem besonderen Motto "Schulung und Vorbeugung".