Pflege-Roboter bleiben vorerst Zukunftsmusik

Pflege-Roboter bleiben vorerst Zukunftsmusik

Abgesehen von einzelnen Hightech-Anstrengungen etwa von japanischen Autoherstellern einerseits und vergleichsweise einfachen Geräten wie autonomen Rasenmähern stehen die Roboter-Forscher bis heute vor ziemlichen Problemen, räumte Markus Vincze vom Institut für Automatisierungs- und Regelungstechnik der Technischen Universität (TU) Wien ein. Am weitesten gediehen sind dabei noch das Hör- und Sprechvermögen der autonom handelnden Maschinen.

Mit dem Sehen haben die Wissenschafter schon ihre liebe Not. Erhält eine Maschine etwa den Auftrag, den Inhalt eines Einkaufskorbes in der Küche zu verstauen, so funktioniert es mit einigen wenigen Gegenständen, erklärte Vincze. Ein voller Korb überfordert dagegen Seh- und Aufnahmevermögen des Roboters. Auch das Gehen bereitet menschenähnlichen Geräten - sogenannten Androiden - nach wie vor Probleme. Stiegensteigen sei eine echte Herausforderung, da dürfe man sich bei Präsentationen nicht täuschen lassen, oft würden die Roboter noch von Menschenhirnen effektiv ferngesteuert.

Ein Grund, warum die Entwicklung bezüglich autonomer Roboter vergleichsweise langsam vonstattengeht, ist für Vincze nicht zuletzt der hohe Preis. Dieses Problem möchte Robert Trappl vom Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (ÖFAI) unkonventionell lösen: Ältere Menschen sollten sich anstatt eines letzten Autos lieber einen Roboter kaufen, so der Wissenschafter. So wäre das Preisproblem sicher rascher in den Griff zu bekommen.

Differenziert sieht Trappl auch immer wieder geäußerte Bedenken, dass eine Maschine kein geeigneter Partner für einen Menschen sein könne. So könne es schon heute interessanter sein, mit einem intelligenten Computer zu konversieren, anstatt etwa mit einem Hund. Man dürfe bei Vergleichen nicht immer von Idealvorstellungen ausgehen, nämlich wohlmeinender Mensch kontra Maschine. Beim Vergleich "bösartiger menschlicher Krankenpfleger" versus "Roboter" sehe die Sache schon wieder etwas anders aus, argumentierte Trappl.

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