Pflege: NGO fordern mehr Geld vom Bund

Pflege: NGO fordern mehr Geld vom Bund

Einige Forderungen der BAG, wie etwa Versicherungsverbesserungen für pflegende Angehörige, seien von der Regierung bereits umgesetzt worden, erklärte Ilse Simma von der Caritas. "Der große Teil der Arbeit ist aber bei weitem noch nicht getan." So müssten die Pflegeangebote ausgebaut und österreichweit einheitliche Mindeststandards geschaffen werden, außerdem sei dringend eine Wertanpassung des Pflegegeldes notwendig.

Pflegefonds soll schnell kommen

Weiters fordern die NGO die Umsetzung des Pflegefonds, unter anderem als einheitliches Finanzierungsinstrument. Aufgebaut sein könnte der Pflegefonds laut Walter Marschitz, Geschäftsführer des Hilfswerks, ähnlich wie der Familienlastenausgleichsfonds (FLAF): Dieser wird beispielsweise von mehreren Quellen gespeist und enthält sowohl Geld- als auch Sachleistungen. "Die Finanzierung der Pflege muss bis zum nächsten Finanzausgleich geregelt sein", appellierte Marschitz an Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S).

Im Übrigen müsse man den Bereich der Pflege endlich als Wachstumssegment und Wirtschaftsmotor anerkennen, sagte Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger. Mehr Geld für die Pflege bedeute eine direkte Investition in Personal, die Förderung der Berufstätigkeit von Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund sowie die Stärkung von strukturell schwachen Gebieten. Um den Pflegeberuf attraktiver zu machen, wünscht sich Werner Kerschbaum, stellvertretender Generalsekretär des Roten Kreuzes, bessere Ausbildungsplätze und eine höhere Bezahlung.

Derzeit seien etwa 350.000 Personen im Bereich der Pflege beschäftigt. Mit einer Milliarde Euro könnte man laut Chalupka innerhalb von fünf Jahren zwischen 30.000 und 40.000 neue Jobs schaffen. Rund 10.000 neue Arbeitsplätze in einem Jahr würden eine Investition zwischen 200 und 250 Millionen Euro bringen.

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