Mehr Gesundheitsförderung für Behinderte gefordert

In der Europäischen Union leben etwa 65 Millionen Personen mit Behinderung. Einer schwedischen Studie zu Folge hat rund ein Drittel der beeinträchtigten Menschen mit erschwerten Bedingungen im Gesundheitsbereich zu kämpfen. Erzsebet Szöllösi, Vize-Präsidentin des Europäischen Behindertenforums, forderte in erster Linie, dass auch Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit haben, unabhängig zu leben: "In erster Linie ist es wichtig, auch eine umfangreiche Rehabilitation zu erhalten, um die Lebensqualität langfristig steigern zu können."

Oftmals sei medizinisches Personal zu wenig ausgebildet, um beispielsweise mit geistig beeinträchtigten Menschen richtig umgehen zu können. Mit zusätzlichen Schwierigkeiten müssen Menschen mit psychologischen und neurologischen Erkrankungen (Anm. beispielsweise Autismus) oft im Umgang mit Ärzten rechnen. Ein barrierefreier Zugang müsse zudem vermehrt beim Aufsuchen von Fachärzten gegeben sein. In diesen Bereichen hinterlässt die Wirtschaftskrise tiefe Spuren, da die Investitionen in diesem Bereich besonders betroffen sind.

Das Projekt EuRADE (The European Research Agendas for Equality) zielt nun auf eine vermehrte Integration von Menschen mit Behinderung in die Forschung ab. So sollen die Betroffenen künftig selbst eine bedürfnisorientierte Prioritätenliste erstellen und in vermehrten Dialog mit Forschern und politischen Entscheidungsträgern treten können.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion zeigten die Experten auch neue Richtungen für die Gesundheitsforschung der Zukunft auf. "Die sozialen Gesundheitsdeterminanten verändern sich im selben Ausmaß wie sich die Gesellschaft wandelt", betonte Fiona Adshead, Leiterin des Departments für chronische Krankheiten und Gesundheitsförderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es gebe immer mehr chronische Erkrankungen auf die sich die Medizin, die Behandlungsmethoden aber auch die Forschung einstellen müssten. Denny Vagerö von der Universität Stockholm unterstrich die Notwendigkeit eines multidisziplinären Ansatzes. Aus Krisen würden oft gesellschaftliche Veränderungen hervorgehen und Politik, Soziologie und Medizin müssten gemeinsam auf diesen Wandel eingehen.

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