H1N1: Tausende Menschen am ersten Tag geimpft

In der Steiermark wurden am Montag rund 1.300 Personen gegen H1N1 geimpft, wie die Steiermärkische Gebietskrankenkasse (StGKK) am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Seit Impfbeginn am 27. Oktober bis einschließlich 6. November wurden zusätzlich rund 1.600 Personen des 44.000 Köpfe umfassenden Gesundheitsbereichs geimpft. Nicht inkludiert sind dabei die Impfungen seitens der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) bei der am Dienstag noch keine Zahl zum geimpften Gesundheitspersonal vorlag.

538 Impfungen ist laut Landessanitätsdirektor Alfred de Martin die vorläufige Impfbilanz aus Niederösterreich: Jeweils 100 Personen ließen sich am ersten Impftag in Krems und St. Pölten, 38 in Baden und 300 Menschen in Tulln in den Impfzentren eine Spritze verabreichen. Vonseiten des Gesundheitspersonals wurden bisher rund 20 Prozent - etwa 7.000 Menschen - immunisiert.

In der Salzburger GKK (SGKK) haben sich am ersten Tag 795 Menschen gegen (A)H1N1 impfen lassen. Hinzu kamen 116 Kleinkinder unter sechs Jahren in der Kinderambulanz des Landeskrankenhauses Salzburg. Laut GKK-Sprecherin Karin Hofer wird aufgrund der großen Nachfrage eine Impfmöglichkeit bei den niedergelassenen Kinderärzten vorbereitet. Vom Gesundheitspersonal wurden in der SGKK vom 27. Oktober bis 6. November 129 Personen immunisiert, in den Salzburger Landeskliniken (SALK) waren es 600 von 3.600 Personen des Medizin- und Pflegepersonal.

349 Impfwillige fanden sich am ersten Tag im Burgenland ein: 126 wurden im Bezirk Güssing und 223 im Bezirk Eisenstadt/Umgebung gezählt. Die anderen Bezirke starten erst. Beim Gesundheitspersonal liegt eine Durchimpfungsrate von 17 Prozent (1.355 Personen) vor. 15 Prozent der Impfdosen wurden im Burgenland bisher verbraucht. Bis Montagabend wurden in Vorarlberg an den Spitälern (LKH und Stadtspital Dornbirn) 340 Personen aus dem Gesundheitspersonal (14.000) geimpft. Ebenfalls bis Montagabend ließen sich in den niedergelassenen Impfpraxen insgesamt 449 Menschen immunisieren.

In Klagenfurt haben sich gestern geschätzte 300 Personen impfen lassen. "Wir haben mit 50 Personen gerechnet, gekommen sind über 200. Es kam zu kurzfristigen Wartezeiten von bis zu 15 Minuten", sagte die Spittaler Amtsärztin Bernadette Prinzinger. "Es haben sich am Montag 109 Personen impfen lassen. Kurzfristig hat es sich etwas geblockt, weil viele Menschen auf einmal gekommen sind", erklärte Wilfried Pauritsch, Leiter der GKK-Außenstelle Völkermarkt. Auch am Dienstag kam es offenbar an einzelnen Orten zu Wartezeiten, laut Patienten musste man zum Teil bis zu zwei Stunden Geduld aufbringen.

Aus Oberösterreich und Tirol lagen vorerst nur Impfdaten zum Gesundheitspersonal vor: In Oberösterreich haben in den vergangenen zwei Wochen rund 1.450 von 55.000 Mitarbeitern von der Impfmöglichkeit Gebrauch gemacht. Die Zahlen hat Landessanitätsdirektor Stefan Meusburger erhoben. Beim Tiroler Gesundheitspersonal liegt die Impfbeteiligung in der Peripherie zwischen zehn und 20 Prozent. Als "Erfolg" bezeichnete Neuner die rund 1.000 geimpften Mitarbeiter des Landeskrankenhaus Innsbruck (LKI). Rund 5.500 Personen seien dort beschäftigt.

In Wien laut Hochrechnung 10.800 Erkrankte

In Wien hat es laut Hochrechnungen des epidemiologischen Überwachungssystems des Klinischen Instituts für Virologie der Medizinischen Universität Wien in der vergangenen Woche rund 10.800 Schweinegrippe-Kranke gegeben. Auf Basis dieser Berechnung sowie Laboruntersuchungen, die einen drastischen Anstieg bei Infektionen zeigten, habe man die Grippewelle ausgerufen, hieß es in einer Aussendung.

"Die vorliegenden Daten zeigen den Beginn einer Grippewelle - verursacht durch das neue Pandemie-Virus (H1N1v)- in Österreich an", so Instituts-Vorstand Franz X. Heinz. "Im Rahmen der Abklärung von H1N1v-Verdachtsfällen in den österreichischen Referenzlabors ist es zu einem sprunghaften Anstieg an bestätigten Infektionen gekommen."

An einzelnen Tagen gab es bei der Hälfte oder bei bis zu allen eingesendeten Proben eine Bestätigung, dass es sich um Schweinegrippe handle. Das epidemiologischen Überwachungssystems in Wien und Tirol, das anhand von Daten der Krankenkassen Hochrechnungen erstelle, habe zudem eine Zunahme vor allem in der Altersgruppe der Null- bis 14-Jährigen registriert.

Mit der Erklärung des Ausbruches einer Grippewelle kann das Medikament Tamiflu nach einem Beschluss des Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger künftig ohne chefärztliche Bewilligung verschrieben werden. Das Grippemittel wird neben der Schweinegrippe auch bei der saisonalen Influenza verwendet. Wird vom Virologischen Institut eine Grippewelle verlautbart, erhalte die Krankenversicherung eine Rechtsgrundlage für diese Maßnahme, gemäß der behandelnde Ärzte für das antivirale Mittel eine Vorab-Bewilligung erhalten, hieß es in einer Aussendung. Wichtig sei dies im Sinne einer erleichterten Abwicklung der Medikamentenabgabe.

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