38 Prozent der Tiroler Abhängigen nehmen Cannabis

38 Prozent der Tiroler Abhängigen nehmen Cannabis

Es folgen Ecstasy, Biogene Drogen, Schnüffelstoffe, Amphetamine und Kokain. "Die Suchtkranken werden immer älter", beschrieb Türscherl zudem einen auch europaweiten Trend. Für Österreich nannte die Expertin eine Zahl von 11.119 Personen, die sich im Jahr 2008 einer Substitutionsbehandlung unterzogen hätten.

Von den mehr als 704.000 Tiroler Einwohnern seien rund 35.000 suchtkrank, so Harald Kern, Drogenkoordinator des Landes. 30.000 davon seien von der "Volksdroge Alkohol" abhängig, konkretisierte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (V). Rund 2.000 seien der Medikamentensucht verfallen.

Es sei "sehr wichtig", dass sich die Politik mit der Suchtproblematik auseinandersetze, meinte Tilg. In Tirol habe man aus diesem Grund gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen eine Umfeldanalyse gemacht. "Auch wenn die Thematik manchmal nicht sehr angenehm ist, müssen adäquate Behandlungseinrichtungen bereitgestellt werden", meinte Soziallandesrat Gerhard Reheis (S) und stellte ein sogenanntes "Tiroler Suchtkonzept" in Aussicht. Einen Schwerpunkt sollte dabei die Präventionsarbeit bei Jugendlichen mit der Einbindung von Gewalt- und Gesundheitsprävention sein.

Von den Todesfällen der zwischen 15- und 39-jährigen Europäer würden vier Prozent aufgrund von Drogenkonsum sterben. "Davon wurden in 70 Prozent der Fälle Opiate nachgewiesen", erläuterte die Expertin den europäischen Drogenbericht 2009. Rund 70 Millionen (22 Prozent) sowie zwölf Millionen (3,6 Prozent) der zwischen 15 und 64 Jahre alten Europäer würden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Cannabis beziehungsweise Kokain konsumieren.

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