30 Jahre Psychosoziale Dienste in Wien

Wehsely verwies auf die Fortschritte in diesem Bereich der medizinischen Betreuung. Hatte die Bundeshauptstadt vor 30 Jahren noch etwa 3.850 Betten in der Versorgungspsychiatrie und so gut wie keine ambulante Strukturen, seien dank der Vollversorgung im ambulanten Bereich mittlerweile nur noch knapp 650 Betten nötig. Gleichzeitig sei die Zahl der freiwilligen Aufnahmen von früher rund 20 auf derzeit etwa 80 Prozent gestiegen. "Es ist in den vergangenen 30 Jahren gelungen, psychisch kranke Menschen zu entstigmatisieren", versicherte Wehsely.

Heute stellte sich zudem der neue PSD-Chef Georg Psota der Öffentlichkeit vor. Der bisherige Leiter Stephan Rudas, den sein Nachfolger als "verehrten und geehrten Lehrer und Wegbegleiter" würdigte, war zu Jahresbeginn in den Ruhestand getreten. Laut Psota wird in Zukunft jeder dritte Mensch in Europa mindestens einmal im Leben psychisch erkranken. Dieser Entwicklung gelte es - auch was die Einrichtungen der Stadt betrifft - Rechnung zu tragen.

Seit 2008 auch mit Internet

Die PSD haben laut einem aktuellen Kontrollamtsbericht erst ab 2004 mit der EDV-mäßigen Ausstattung begonnen, allerdings mit "Unterbrechungen", wie es hieß. Trotzdem: "Dessen ungeachtet verfügten sämtliche Einrichtungen des PSD (...) seit dem Jahr 2008 über internetbasierte Anschlüsse auf unterschiedlichem quantitativen Ausstattungsniveau."

Das Kontrollamt empfahl dem PSD, "diese neu geschaffenen technischen Möglichkeiten verstärkt zu nutzen". Hohn kam hingegen von den Wiener Grünen. "Vielleicht findet ja der neue Chefarzt (Georg Psota, Anm.), dass man sich im Jahr 2010 ans Internet wagen kann", so Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz.

Fälle, in denen es für Patienten zu Nachteilen aus der fehlenden EDV-Vernetzung gekommen ist, konnten vom Kontrollamt jedoch nicht nachgewiesen werden, wie betont wurde. Und das "Kuratorium für Psychosoziale Dienste in Wien" gelobte Besserung: Der weitere Ausbau von EDV-Anwendungen wurde angekündigt.

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