1,9 Prozent mehr Ausgaben für verschriebene Rezepte

1,9 Prozent mehr Ausgaben für verschriebene Rezepte

"Das Jahr 2009 war im Wesentlichen positiv für die Krankenkassen. Wir haben eine Steigerung um 1,9 Prozent. Rechnet man von der Gesamtsumme die 7,1 Mio. Euro ab, die wir Apotheker als Finanzierungsbeitrag an die Krankenkassen zurück zahlen, haben die österreichischen öffentlichen Apotheken im vergangenen Jahr Rezepte für 2,178 Mrd. Euro abgerechnet (2008: 2,145 Mrd. Euro, Anm.). Es waren um 42 Mio. mehr als im vorangegangenen Jahr", sagte Schmudermaier.

Der Anteil der öffentlichen Apotheken am Gesamt-Kassenmarkt für Arzneimittel beträgt rund 85 Prozent. Da die Apotheker Arzneimittelabgabe und Abrechnung managen, ohne einen Einfluss auf die Verschreibung durch die Kassenärzte zu haben, sind sie ohne Bias und müssen korrekt sein, weil ja mit ihnen auch das Abführen der Rezeptgebühr an die Krankenkassen verbunden ist. Die Zahlen die gesamten Kassenausgaben für Arzneimittel könnten noch günstiger ausfallen, da die Kassen-Allgemeinmediziner mit ärztlicher Hausapotheke (etwa 15 Prozent des Marktes, Anm.) immer wieder darstellen, dass sie selbst "günstiger" verschreiben.

Nur eine minimale Steigerung gab es bei der Zahl der auf Kassenrezept verschriebenen und über die Apotheken abgerechneten Arzneimittel. Der Kammer-Vizepräsident: "Die Packungsanzahl stieg um 0,2 Prozent. Das bedeutet, dass es wiederum eine leichte Verschiebung in Richtung von etwas teureren Arzneimitteln gab." Normale Preissteigerungen gäbe es ja im Kassenmarkt für Arzneimittel de facto nicht.

31,1 Prozent aller auf Kassenrezepte gebührenbefreit

Die über Geldschwierigkeiten klagenden Krankenkassen müssen nun auch mit der 2008 wirksam gewordene Rezeptgebührenbefreiung ab einem Anteil am Brutto-Einkommen des jeweils Versicherten fertig werden. Schmudermaier: "Darunter fielen im Jahr 2009 31,1 Prozent aller auf Kassenrezept verschriebenen Arzneimittel, was den Wert betrifft. Das kostet die Krankenkassen zwischen 85 und 90 Mio. Euro." Im Jahr 2008 hatten die Kosten um die 75 Mio. Euro betragen. Bei den Packungen machte der die Gebührenbefreiung im Jahr 2009 bereits 35,2 Prozent der Verschreibungen aus.

Auch im Dezember 2009 bzw. Anfang 2010 wurden in den österreichischen Apotheken vermehrte Abgaben quasi voraus verschriebener Arzneimittel registriert. Der Grund: Versicherte wollten Ende des Jahres 2009 offenbar noch in die Gebührenbefreiung kommen.

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