Zeit zum Aufwachen!

Erste Hilfe bei Frühjahrsmüdigkeit

Zeit zum Aufwachen!

Immer müde oder antriebslos? Jeder Zweite leidet nun unter der Frühjahrsmüdigkeit. So werden Sie schnell wieder fit und munter!

Sie lockt ihre „Café Puls“-Fans regelmäßig zwischen sechs und zehn Uhr aus dem Bett zum fröhlichen Frühstücks-Fernsehen: „Dabei bin ich selbst ein eher müder Mensch“, meint Moderatorin Leonie Baumkirchner.

Frühstück im Studio

Kein Wunder: Ihr Tag beginnt bereits um 3.30 Uhr – kurz nach fünf Uhr in der Früh wird dann im Studio gefrühstückt: „Ein Bäcker bringt uns frisches Gebäck und dazu trinke ich am liebsten schwarzen Tee mit Milch und Orangensaft. Zu viel Kaffee macht mich nervös“, sagt die bildhübsche 26-Jährige.

Dieser Tage fällt ihr das Aufstehen und Wachbleiben jedoch noch schwerer als sonst: Leonie Baumkirchner macht die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit zu schaffen. „Ich spüre dann Wetterumschwünge noch stärker als sonst, werde noch schwerer munter und mein Kreislauf macht schlapp“, erzählt die Moderatorin.

Jeder Zweite leidet. Damit ist sie nicht allein: Nahezu 50 Prozent der Österreicher sollen davon – wenn auch in unterschiedlich starker Ausprägung – betroffen sein, sagt die Statistik. Dabei ist das Phänomen „Frühjahrsmüdigkeit“ noch weitgehend unerforscht: „Die Ursachen dafür sind nicht genau geklärt. Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle“, weiß Manfred Walzl, Grazer Facharzt für Neurologie und Psychiatrie.

Doch eines sei sicher: „Unser Hormonhaushalt spielt eine entscheidende Rolle. Wenn die Tage wieder länger werden, stellt der Körper seine Hormonproduktion um“, so Walzl. So etwa wurde während der lichtarmen Jahreszeit das Schlafhormon Melatonin vermehrt gebildet. Ist davon noch zu viel im Körper vorhanden, fühlen wir uns müde. Experte Walzl: „Gleichzeitig sind aber die Reserven des Glückshormons Serotonin, dessen Vorhandensein stark vom Licht abhängt, nahezu aufgebraucht.“ Und: Weitere Glückshormone, wie Endorphine, sowie die Sexualhormone Testosteron und Östrogen müssen nun wieder verstärkt produziert werden. „Und diese Umstellung belastet den Körper“, informiert Walzl.

Die besten Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit:

Diashow: So vertreiben Sie die Frühjahrsmüdigkeit

1. Sonne tanken. Die Produktion des Glückshormons Serotonin hängt vom UV-Licht ab: Unternehmen Sie daher jetzt möglichst oft ausgedehnte Spaziergänge im Freien oder treiben Sie Sport an der frischen Luft wie Walking oder Radfahren. Vertreibt schlechte Laune – und den Winterspeck!

2. Heiß-Kalt. In der Früh regen Wechselduschen auf sanfte Weise den Kreislauf an und machen daher munter. Außerdem straffen Sie mit der bewährten Kneipp-Methode das Gewebe und beugen somit Cellulite-Dellen vor.

3. Psycho-Tricks. Gelb statt Grau: ­Umgeben Sie sich mit fröhlichen Farben! Ein frisches Orange, Grün oder Pink wirkt sich positiv auf unsere Psyche aus und vertreibt Lethargie. Wie wär’s mit Tulpen?

4. Flüssigkeit. Erfrischend: Trinken Sie jetzt ausreichend Wasser, Tees und verdünnte Fruchtsäfte, um den erhöhten Flüssigkeitsbedarf zu decken. Mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag!

5. Vitamin-Power. Saisonales Obst und Gemüse gleichen das winterliche ­Vitaminminus aus und beschleunigen den Frühjahrsputz im Körper. Besonders wichtig sind jetzt die Vitamine A, C, E und Provitamin Betacarotin. Ein „Immunsalat“ aus grünem Paprika, Tomaten, geriebenen Karotten, etwas Petersilie und Weizenkeimöl enthält all diese Nährstoffe. Von Vitaminen und Mineralstoffen profitieren zudem Haare und Nägel (z. B. in Rausch Kräuter-Vitalkapseln).

Grippe oder müde?
Welche Symptomatik aber ist typisch für die Frühjahrsmüdigkeit? Worin unterscheidet sie sich etwa von einem grippalen Infekt, an dem jetzt ebenfalls viele Menschen leiden? Neurologe Walzl: „Spüren Sie in diesen Wochen trotz ausreichend Schlaf eine bleierne Müdigkeit, leiden Sie unter Schwindelgefühlen, unüblichen Kopfschmerzen oder Antriebslosigkeit, dann scheint tatsächlich die Frühjahrsmüdigkeit im Spiel zu sein.“ Natürlich schwäche uns auch ein grippaler ­Infekt: „Doch in diesem Fall sind Symptome wie Schnupfen, Husten, Gliederschmerzen oder Fieber typisch.“

Muntermacher

Und was holt uns jetzt am besten aus dem Winterschlaf? Experte Manfred Walzl rät: „Nutzen Sie so oft wie möglich die freie Natur. Sonnenlicht und frische Luft sind die besten Müdigkeits-Killer. Passen Sie daher auch den Tagesrhythmus der Sonne an: Früher aufstehen und früher ins Bett!“ (weitere Tipps finden Sie im Kasten rechts). Ebenfalls sehr wirkungsvoll, um Müdigkeit oder Schwindel zu vertreiben, ist die Japan-Methode des Handauflegens (siehe Abbildungen rechts): Es sind dafür keine Vorkenntnisse notwendig, und jeder einzelne Griff dauert nicht länger als drei Minuten.
Vorsicht! Sollte sich Ihre Antriebslosigkeit nicht bessern, müssen Sie zum Arzt. Denn hinter anhaltender Müdigkeit können sich auch Krankheiten wie Depressionen, eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Burn-out-Syndrom verstecken. Mitte  April sollte das große Gähnen in jedem Fall vorbei und Ihr Körper von Kopf bis Fuß auf „Frühling“ eingestellt sein.