Vorsorgen statt heilen

Wie Sie gesund essen und dabei fit bleiben

02.03.2011

Gesundheitsminister Stöger erklärt, wie er unsere Ernährung verbessern will.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

Er bezeichnet Österreich gerne als Weltmarktführer im Gesundheitswesen – und will, dass das auch so bleibt. Keine leichte Aufgabe, sah sich Gesundheitsminister Alois Stöger doch bei seiner Amtsübernahme mit finanziell angeschlagenen Krankenkassen und stark steigenden Spitalskosten konfrontiert. Nun, zwei Jahre später, schreiben die Krankenkassen dank seines Sanierungspakets Rekordüberschüsse, ein neues Gesetz ermöglicht Ärzte-Gruppenpraxen, die die Spitäler entlasten. Eine große Spitalsreform strebt Stöger bis 2014 an. Für heuer setzt Stöger einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Ernährung.

ÖSTERREICH: Herr Minister, warum setzen Sie heuer auf das Schwerpunktthema Ernährung?
Alois Stöger:
Das ist Teil einer Gesamtstrategie, die weg von der Reparaturmedizin und hin zu mehr Prävention führen soll. Eines der Hauptthemen ist hier die Ernährung: Gesundes Essen ist die beste Alltagsmedizin. Und zusätzlich eine Medizin, die sehr gut schmeckt.

ÖSTERREICH: Wie sieht nun diese Ernährungsstrategie aus?
Stöger:
Ich habe einen Nationalen Aktionsplan Ernährung wissenschaftlich ausarbeiten lassen. Dieser enthält viele Maßnahmen, die für den Alltag leicht umsetzbar sind. Derzeit sehen wir, dass immer mehr Menschen in Österreich aufgrund von Ernährungsfehlern und mangelnder Bewegung übergewichtig werden – mit allen damit verbundenen Konsequenzen für die eigene Gesundheit. Das soll sich langfristig ändern: Wer gesund isst, lebt auch gesünder. Für den Einzelnen bedeutet das ein besseres Leben, man fühlt sich wohler und vitaler. Aber auch die Gesellschaft spart so langfristig, da weniger Folgeerkrankungen behandelt werden müssen.

ÖSTERREICH: Können Sie konkrete Beispiele nennen?
Stöger:
Als Erstes haben wir wissenschaftlich erarbeiten lassen, wie gesunde Ernährung aussieht, und das in Form einer Ernährungspyramide dargestellt. An dieser Ernährungspyramide haben alle wichtigen Experten mitgebaut. Ein weiteres großes Thema ist die Gemeinschaftsverpflegung, also Kantinen in Unternehmen, Altersheimen und – besonders wichtig – Schulbuffets.

ÖSTERREICH: Gerade Kinder und Jugendliche werden immer häufiger übergewichtig. Macht Ihnen das auch Sorgen?
Stöger:
Definitiv. Hier gibt es aber auch die größten Chancen, die Weichen für ein gesundes und gutes Leben zu stellen. Hier liefert uns die Forschung faszinierende Erkenntnisse: So zeigt sich, dass bereits die Ernährung von Schwangeren das Geschmacksempfinden von deren Kindern prägt. Schon in frühem Alter sollen Kinder die Chancen haben zu entdecken, wie gut gesundes Essen schmeckt. Übrigens lohnt sich hier ein bisschen Hartnäckigkeit seitens der Eltern: Kindern muss man „neue“ Nahrungsmittel anbieten, bis sie diese annehmen.

ÖSTERREICH: Klingt interessant. Wie kommt man aber zu all diesen Informationen über gesunde Ernährung?
Stöger:
Auf www.bmg.gv.at kann man eine Reihe von Rezept- und Ernährungsbroschüren gratis bestellen. Für spezielle Fragen zu allem, was mit Ernährung zu tun hat, gibt es eine eigene Ernährungshotline.

Der Nationale Aktionsplan Ernährung
Neue Strategien. Wir essen zu fett und zu salzig und werden immer übergewichtiger. Das sind die Erkenntnisse aus dem österreichischen Ernährungsbericht.

Gesundheitsminister Alois Stöger hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die Ernährungsgewohnheiten der Österreicher zu verbessern. Und hat dafür den „Nationalen Aktionsplan Ernährung (NAP.e) mit mehr als 100 Maßnahmen ins Leben gerufen. Die Ernährungspyramide sowie die Lebensmittelcharta vermitteln wichtige Infos für gesunde Kost und Lebensmittel im Alltag.

Unter www.bmg.gv.at finden sich Ernährungsbroschüren sowie gratis Rezepte.
Ernährungshotline: 0810 - 810 - 227

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel