Was steckt hinter der Biofeedback-Therapie?

Immer noch nicht anerkannt

Was steckt hinter der Biofeedback-Therapie?

Hilfe bei Inkontinenz, Angststörungen, ADHS, Bluthochdruck und Migräne.

Seit den 1970er-Jahren gibt es die Biofeedback-Therapie, vor 25 Jahren wurde die Österreichische Gesellschaft für Biofeedback und Psychophysiologie (ÖBfP) gegründet. Anlässlich dieses Jubiläums wies ÖBfP-Präsident Richard Crevenna bei einer Pressekonferenz am Mittwoch wieder einmal auf die in Studien belegte Wirksamkeit der Methode hin. Die sozialen Krankenkassen zahlen diese Therapien nicht.

Körperfunktionen geistig beeinflussen
Beim Biofeedback werden bei einem Patienten mittels Sensoren diverse Parameter ermittelt und zeitgleich auf einem Monitor angezeigt. So kann man langfristig lernen, seine eigenen Körperfunktionen geistig zu beeinflussen. Diverse Studien haben bereits die Wirksamkeit des Biofeedbacks gezeigt. Evident ist nach Angaben Crevennas die Wirksamkeit der Anwendung etwa "bei Inkontinenz, Angststörungen, ADS/ADHS, Bluthochdruck und Migräne".

Gute Heilungschance bei Migräne

Bei der Atmung ist die geistige Kontrolle natürlich wenig beeindruckend, jedoch kann man auch die Herzfrequenz, Herzratenvariabilität und den Hautleitwert (ein Indikator für Angst) beeinflussen und sogar Gefäßerweiterung bewirken. Letzteres ist vor allem wichtig für Migränepatienten. Wie ÖBfP-Präsident und AKH-Arzt Richard Crevenna erläuterte, liegt die Heilungsrate mittels Biofeedback-Therapie bei Migränepatienten "immerhin bei 60 bis 70 Prozent".

Teure Angelegenheit
Obwohl es schon genug Studien gibt, welche die Wirksamkeit der Biofeedback-Therapie belegen, werden solche Therapien von den sozialen Krankenkassen nicht bezahlt. Lediglich Patienten mit privater Zusatzversicherung können auf einen Kostenersatz hoffen. Bei einem Preis von bis zu 110 Euro pro Stunde ist die private Biofeedback-Therapie nämlich eine kostspielige Angelegenheit. "Bei einer Behandlung im (Wiener) AKH kommt man mit der Ambulanzpauschale etwas günstiger davon", sagte Crevenna.

"Keine physische Erkrankung ist völlig von psychischen Faktoren zu isolieren, genauso ist hat jede psychologische Erkrankung auch psychische Begleiterscheinungen", erläuterte der Psychologe Oliver Scheibenbogen. Der Biofeedback-Therapeut ist auf die Behandlung von Angststörungen und Burnout-Syndrom spezialisiert. Mittels Beeinflussung der Körperfunktionen können z.B. Panikattacken verhindert werden, bevor sie überhaupt beginnen. Natürlich ist oft auch eine prinzipielle Veränderung der Lebensführung unumgänglich.

Auch im Sport angewendet
Auch im Sport wird die Biofeedback-Methode angewendet. Pioniere und eifrige Anwender sind dabei die Skispringer, bei deren Sportart psychophysiologische Faktoren eine besonders große Rolle spielen.

Das Jubiläum des 25-jährigen Bestehens der ÖBfP lockte am vergangenen Samstag mehr als hundert Interessierte zum Biofeedback-Kongress im Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH). Der Verein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Sponsoren und Ausbildungsprogramme.