So schützen Sie sich vor Karies

Der Feind im Mund

So schützen Sie sich vor Karies

Bestimmte Keime in der Mundflora führen zu Karies und Paradontitis.

Schokolade, Soft-Drinks und mangelnde Mundhygiene: Unser Gebiss würde trotzdem gesund bleiben, gäbe es nicht Bakterien, die Zähnen und Zahnfleisch zusetzen. Denn Schuld an Zahnweh, geschwollener Wange und unästhetischer Zahnlücke sind Bakterien. „Karies und Parodontitis entstehen durch eine Störung der Mundflora, weil sich schädliche Keime im Mund verbreiten“, erklärt Zahnarzt Walter Wadsak.

Vier von fünf Menschen weltweit haben Karies. Der Verursacher ist ein winziges Bakterium namens Streptococcus mutans, das erst unter bestimmten Bedingungen im Mund Zahnfäule verursacht.

Bakterien und Zahnbelag können zu Karies führen
Ihren Kraftstoff beziehen die Keime aus kohlenhydratreicher Nahrung, vor allem Süßigkeiten. Wobei nicht der Zucker selbst, sondern erst seine Stoffwechselprodukte schädlich sind. Kariesbakterien spalten Zucker in Fructose und Glucose. In weiterer Folge entstehen Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und zu Karies führen.

Gefördert wird dieser Prozess durch Zahnbelag. Im Schutz des Zahnfilms – oder Plaque – können sich die Bakterien sogar noch weiter vermehren. „Daher sollten die Zähne einmal täglich rundum von Zahnbelag gereinigt werden“, so Wadsak. Besonders kariesanfällig – weil schlecht zu reinigen – sind Zahngrübchen und Zwischenräume.

Auch Parodontitis wird durch Keime verursacht
Bestimmte Bakterien können auch Feinde des Zahnfleisches werden. Wadsak: „Wir können heute bereits durch DNA-Tests ermitteln, welche Keime Parodontitis verursachen.

Auch hier gilt: Zahnbelag schafft den Nährboden für die Bösewichte. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass Bakterien im Zahnbelag Stickoxid freisetzen. Dieses, so die Experten, könnte auch eine Rolle für Karies und Zahnfleischentzündungen spielen, da es im Körper als Signalmolekül wirkt. Wadsak: „Nur durch Zähneputzen und Mundhygiene kann die Stoffwechselaktivität der schädlichen Keime gebremst werden.“

So pflegen Sie Ihre Zähne richtig

Warum Zähne putzen?
Zähneputzen dient nicht der Entfernung von Speiseresten, sondern von Zahnbelag. Diese „Plaque“ ist der Tummelplatz für Bakterien. Wie eine Studie zeigt, brauchen Karies-Bakterien bis zu 24 Stunden, um sich von der Putzattacke zu erholen.

Plaque effektiv entfernen
Setzen Sie die Zahnbürste in einem Winkel von 45 Grad auf den Zahnfleischrand und nehmen Sie sich jeden Zahn vor: Rütteln Sie die Zahnbeläge in kleinen kreisenden Bewegungen, aber ohne großen Druck weg. Dauer: vier Minuten.

Welche Zahnbürsten?
Handzahnbürsten sollten möglichst weiche Borsten haben. Am zahnschonendsten sind elektrische Ultraschall-Zahnbürsten mit eingebautem Sensor. Sie verhindern Putzschäden, denn die Bürsten werden nur leicht am Zahn angesetzt. Die Schwingungen können Bakterien sogar ohne direkten Kontakt entfernen.

Achtung Zwischenräume!
Mit der Bürste werden nur 60 Prozent der Zahnflächen erreicht. Die restlichen 40 Prozent in den Zahnzwischenräumen müssen mit Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen (dabei in eine fluoridhaltige Mundspüllösung tauchen) gereinigt werden.