Biologisches Alter

Vorbeugung

So lässt sich Schlaganfall vermeiden

Gesünderer Lebensstil bietet die beste Chance auf Prävention.

Pro Jahr erleiden rund 25.000 Menschen einen Schlaganfall. Durch Kontrolle des Blutdrucks, Nichtrauchen und einem gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung, wenig Alkohol und - im Fall des Falles - guter Einstellung des Blutzuckers bei Diabetikern ließ sich ein Großteil der potenziell katastrophalen Ereignisse verhindern. Dies stellten am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien Experten aus Anlass einer neuen Informationskampagne via Österreichische Ärztekammer fest.

"Es gibt viele Möglichkeiten zur Prävention. Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung - diese Dinge lassen sich ja ändern", sagte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Artur Wechselberger. Die Behandlung des Schlaganfalls in der Akutphase mit Stroke Units in den Spitälern, Thrombolyse und interventionellen Eingriffen zur Entfernung von Blutgerinnseln, welche beim Insult Gehirngefäße verstopfen, sei in Österreich ausgesprochen gut. Auch in der Rehabilitation habe man nach ehemals großem Aufholbedarf Fortschritte gemacht.

Die moderne Medizin hat in den vergangenen Jahren das Bild der akuten Schlaganfallbetreuung drastisch verändert. Johann Willeit, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Schlaganfallforschung (MedUni Innsbruck): "Es gibt in Österreich pro Jahr rund 25.000 Schlaganfälle. Etwa 5.000 Patienten erleiden einen zweiten. Es wurden (weitgehend flächendecken, Anm.) 35 Stroke-Units eingerichtet. 70 Prozent der Patienten werden dort aufgenommen."

Binnen längstens 4,5 Stunden nach dem Auftreten von Symptomen (am besten innerhalb einer Stunde) gibt es die Möglichkeit, bei einem Schlaganfall, der durch ein Blutgerinnsel verursacht ist, den Thrombus per Thrombolyse-Medikament wieder aufzulösen. Neuerdings wird auch schon mit Kathetern eine Art Ballondilatation (wie beim Herzinfarkt) versucht. Willeit: "15 bis 20 Prozent der Patienten bekommen derzeit schon eine Lysetherapie. An unserer Klinik beträgt hier die Door-to-Needle-Time (Zeit auf Aufnahme bis zur Behandlung, Anm.) nur noch 35 Minuten."

Symptome erkennen
Je früher im Gehirn beim Schlaganfall die Blutversorgung wiederhergestellt wird, desto weniger kommt es zu einer Schädigung mit Dauerfolgen (Invalidität). Von absoluter Wichtigkeit ist das Erkennen der ersten Symptome: z.B. Halbseitige Lähmungserscheinungen, Sprach- und Sprachverständnisstörungen, die plötzlich auftreten, Sehstörungen, plötzliche Schwindelgefühle, starke Kopfschmerzen. Bei nur passageren Problemen sollte auf jeden Fall nach der Ursache gesucht werden.

Während der Kampagne gibt es Informationsmaterial in rund 8.000 Ordinationen. Die Patienten sollten dabei auch auf die Hypertonie als größtem Risikofaktor hingewiesen werden müssen, der bei Betroffenen langfristig und ausreichend unter Kontrolle gebracht werden muss. Herbert Watzke; Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin: "75 Prozent der Schlaganfälle entstehen durch Hypertonie. Nur 50 Prozent der Betroffenen bekommen eine Therapie. Wird der systolische Blutdruck auch nur von 160 auf 150 mmHg (empfohlen: weniger als 140 mmHg, Anm.) gesenkt, sinkt das Schlaganfallrisiko schon um 30 Prozent." Auch eine sonst eher harmlose Herzrhythmusstörung - Vorhofflimmern - kann die Gefährdung deutlich erhöhen.