Laufen mit der richtigen Musik

Tempomacher

Laufen mit der richtigen Musik

Wann läuft man schneller - beim Ohrwurm "Barbie Girl" von Aqua oder bei "Minha Galera" vom Reggae-Weltmusiker Manu Chao? Wenn man bei beiden im Takt läuft, macht man gleich viele Schritte, denn beide Songs haben dasselbe Tempo. Trotzdem kommt man bei "Barbie Girl" schneller, weil weiter voran: Der Popsong lässt einen größeren Schritte machen. Das berichten belgische Musikwissenschafter im Online-Fachjournal "PLoS One".

Größere Schritte
Das Team um den Musik-Professor Marc Leman von der Universität in Gent vermutet: Manche Musik aktiviere mehr, so dass man mit mehr Elan und Kraft geht, dadurch die Schritte vergrößert und somit schneller vorankommt. Mit Schrittgeschwindigkeit meinten die Forscher nämlich nicht, wie schnell ein einzelner Schritt gemacht wird. Viel mehr ändert sich die Schrittlänge, die zum Beispiel bei sehr komplexer Musik besonders klein ist.

Die Wissenschafter hatten 52 verschiedene Stücke aus Jazz, Klassik, Pop, Techno und anderen Musikrichtungen ausgewählt. Allesamt hatten ein Tempo von 130 Schlägen pro Minute und einen Vier-Viertel-Takt. Dann mussten 18 Menschen in einer Sporthalle im Kreis gehen, während sie verschiedene Stücke hörten.

Aktivierend und entspannend

"Pop-Techno ist eher bei den aktivierenden Ausschnitten vertreten, während Jazz-Reggae eher in den entspannenden Ausschnitten präsent ist", schreiben die Forscher. Klassische Stücke hatten unterschiedliche Wirkung: Beim Stück "Courante" des barocken Komponisten Monsieur de Sainte-Colombe liefen die Versuchsteilnehmer die wenigsten Meter. Bei dem Allegro der Ouverture Nummer 5 des italienischen Komponisten Francesco Veracini hingegen liefen die Probanden relativ weit.
 

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