Grüne Medizin

So nutzen Sie die Heilkraft der Bäume

04.11.2011

Ob Ahorn, Eiche, Linde, Tanne oder Birke: Bäume können heilen.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie durch einen Wald spazieren? StressForscher sind sich einig: Bäume haben eine sehr entspannende Wirkung auf den Menschen. Sie vermitteln wohltuende Ruhe in unserer hektischen Zeit.

 

Marianne Elisabeth Ziegler: Die 12 
grossen Heilbäume Mitteleuropas, Mächler, um 19 Euro.

Naturarznei
Doch nicht nur das. Die grünen Riesen können auch ganz gezielt, ähnlich wie Kräuter, bei verschiedensten Beschwerden helfen.

„Bäume sind die großen Brüder des Menschen, die ihm ihre Hilfe anbieten“, sagt die Schweizer Pflanzen-Therapeutin Marianne Elisabeth Ziegler, die einen Ratgeber über die Die zwölf grossen Heilbäume Mitteleuropas (Mächler) verfasst hat. Darin finden sich jede Menge einfacher Rezepte gegen typische Alltagsleiden – vom Lindenblütentee gegen Erkältungen (zurzeit besonders gefragt!) bis zum Birkenblättertee bei lästigen Harnwegsinfekten. Weiterer Vorteil: Die Inhaltsstoffe der Wurzeln, Blätter oder Rinden entfalten ihre Heilkraft auf sanfte Weise. Nebenwirkungen sind daher kaum zu befürchten.

Schöne Haut: Ahorn
Heilwirkung:
Dank Gerbstoffen, Seifenstoffen und dem Alkohol Cholin haben Ahornblätter eine kühlende Wirkung. Traditionell wird Ahorn deshalb bei Insektenstichen, entzündeter, gereizter oder geschwollener Haut eingesetzt.
Rezept:
Sammeln Sie frische Ahornblätter, zerstoßen Sie diese mit einem Mörser und legen Sie die zerstückelten Blätter direkt auf die irritierte Haut (nicht auf offene Hautstellen!). Das beruhigt sie und kühlt wohltuend.

Beruhigt: Die Eiche
Heilwirkung:
Die Rinde von Eichen enthält den Gerbstoff Tannin. Dieser lindert Entzündungen bei Hautinfektionen. Hilft bei Ekzemen, Wunden, Furunkel, Blasenentzündungen, Verbrennungen oder Hämorrhoiden.
Rezept:
Für ein Bad benötigen Sie 500 bis 900 Gramm Eichenrinde, die Sie 20 Minuten lang am Herd kochen. Dann filtern Sie den Sud und schütten ihn ins 37 Grad warme Badewasser. 
15 Minuten 
darin baden!

Gut bei Fieber: Die Linde
Heilwirkung:
Die ätherischen Öle der Blüten lösen durch Gerb- und Pflanzenfarbstoffe den Schleim in den Atemwegen, wirken schweißtreibend, fiebersenkend, krampflösend und beruhigen die Nerven.
Rezept:
Gegen Fieber oder Erkältungssymptome hilft ein Tee aus 2 bis 3 TL Lindenblüten (erhältlich in der Apotheke), den Sie mit einer Tasse kochendem Wasser aufgießen. Lassen Sie den Tee 10 Minuten lang zugedeckt ziehen und seihen Sie dann das Teewasser ab. Trinken Sie dreimal täglich eine Tasse davon.

Frei atmen: Die Tanne
Heilwirkung:
Die ätherischen Öle der Weißtanne wie Camphen oder Pinen wirken durchblutungsfördernd und antimikrobiell. Sie lösen Verschleimungen der Bronchien und wirken harn- und schweißtreibend. Wichtig: Ist nicht für die Behandlung von Patienten mit Bronchialasthma oder Keuchhusten geeignet!
Rezept:
Bei Atemwegsproblemen, Erkältungen und rheumatischen Beschwerden lindert ein Badezusatz die Schmerzen. Nehmen Sie dafür 200 Gramm frisch gesammelte Nadeln und lassen Sie diese etwa 5 Minuten lang in 1 Liter Wasser kochen. Mischen Sie alles ins warme Badewasser.


Fitte Gefäße: Die Kastanie
Heilwirkung:
Die beiden wichtigsten Inhaltsstoffe der Rosskastanie sind Aesculin in der Rinde und Aescin in den Samen. Diese Extrakte festigen die Arterienwände und fördern die Durchblutung der Gefäße. Sie werden deshalb vor allem bei Venenleiden eingesetzt.
Rezept:
Für eine Tinktur gegen müde Gefäße fünf frische Kastanien schälen und in kleine Stücke hacken. Mit einer Tasse 40-prozentigem Zwetschgenschnaps übergießen und einen Tag lang in einem dunklen Gefäß ziehen lassen, dann filtern. Täglich einen Esslöffel davon schlucken.

Für die Blase: Die Birke
Heilwirkung:
Der weiße Birkenkork hat einen Betulin-Anteil von 22 Prozent. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass Betulin (wirkt antibakteriell) auch den Stoffwechsel beschleunigt. Betulin fördert außerdem die Wundheilung. Blätter, Knospen und Saft enthalten Bitter- und Gerbstoffe, die bei Nieren- und Blasenleiden helfen. Birkenknospen helfen bei Heuschnupfen.
Vorsicht: Lassen Sie vor einer Anwendung bei einem Arzt testen, ob Sie auf Birkenpollen allergisch reagieren!
Rezept:
Bei Harnwegsinfekten hilft Birkenblätter-Tee (erhältlich in der Apotheke). Gießen Sie 1 TL geschnittene Birkenblätter mit einer Tasse kochendem Wasser auf. Lassen Sie den Tee 10 Minuten lang ziehen. Davon am besten drei Tassen täglich trinken.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel