Aufgedeckt

Das ist die innere Uhr der Haut

19.07.2012

Unsere Haut hat ein inneres Uhrwerk, das für Regeneration verantwortlich ist.

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© Getty Images
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Ein Forscherteam der Charité- Universitätsmedizin Berlin hat zusammen mit Wissenschaftlern eines Hamburger Unternehmens jetzt herausgefunden, dass auch die menschliche Haut eine innere Uhr besitzt, die unter anderem für die zeitliche Steuerung ihrer Reparatur und Regeneration zuständig ist. Erste Ergebnisse der Grundlagenforschung veröffentlicht das Team in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Proceedings of the Academy of Science.

Unsere Haut ist ein lebenswichtiges Organ und vielleicht auch das vielseitigste:

  • Die Haut hat repräsentative, kommunikative und sensorischen Funktionen,
  • Sie grenzt den Körper zur Umwelt ab,
  • Die Haut bildet eine aktive und passive Barriere gegen Keime

Frost, Hitze, Sonnenlicht und Nässe - vielfältige Herausforderungen für die Haut - wirken je nach Tageszeit ganz unterschiedlich auf sie ein. Die Forscherteams um Prof. Achim Kramer von der Berliner Charité und Dr. Thomas Blatt vom Hamburger Hautforschungszentrum fanden jetzt heraus, wie sich die Haut diesen tageszeitabhängigen Bedingungen anpasst.

Die Forscher entnahmen den Testpersonen Hautzellen der obersten Hautschicht - deren Gen-Analyse ergab, dass Regeneration und Reperatur der Hautzellen von der biologischen Uhr reguliert wird. Ein Faktor ist der Krüppel-like-factor 9 (Klf9) - Er bremst die Zellteilung in der obersten Hautschicht.

Reduzierten die Forscher die Aktivität von Klf9, konnten sie ein schnelleres Wachstum dieser Hautzellen in der Zellkulturschale beobachten. Eine verstärkte Aktivität von Klf9 war hingegen mit langsamer Zellteilung verbunden.

Dabei zeigte sich, dass auch das Stresshormon Cortisol die Aktivität von Klf9 steuert und darüber seine medizinische Wirkung bei häufigen Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte entfalten könnte.

Biologische Uhr timed Zellteilungs-Prozesse
Die Aufgabe der biologischen Uhr ist es, das exakte Timing der verschiedenen Prozesse wie Zellteilung, Zelldifferenzierung und DNA-Reparatur in der Haut zu steuern.Prof. Kramer blickt bereits in die Zukunft: „Wenn wir diese Prozesse noch besser verstehen, könnten wir Medikamente gezielt zu den Tageszeiten einsetzen, an denen sie am besten wirken und die wenigsten Nebenwirkungen haben.“

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