So gefährlich ist der

Glaukom

So gefährlich ist der "grüne Star"

Die Krankheit verläuft schmerzfrei, das zentrale Sehen bleibt relativ lange erhalten und das gesunde Auge übernimmt den Part des erkrankten Sehorgans - Glaukom, besser bekannt als der "grüne Star", ist eine heimtückische Erkrankung und in Industriestaaten die zweithäufigste Erblindungsursache. Darauf machten Österreichs Augenärzte bei einer Pressekonferenz in Wien anlässlich des bevorstehenden Weltglaukomtags am 12. März aufmerksam.

80.000 Betroffene in Österreich

Schätzungen zufolge gibt es in Österreich 80.000 Betroffene, dazu kommen jährlich 16.000 Neuerkrankungen. Hauptrisikofaktoren sind laut Anton Hommer, Oberarzt an der Augenklinik des Sanatoriums Hera, erhöhter Augendruck, eine familiäre Vorbelastung, das Alter, aber auch Weit- und Kurzsichtigkeit. Die Hälfte der Erkrankten wissen nicht, dass sie bereits Glaukom haben, sagte Hommer. Infamerweise bleibt das Sehvermögen trotz Krankheit lange Zeit völlig intakt und die Erkrankung wird vom zweiten gesunden Auge kompensiert.

Gefährlich ab 40

Besonders gefährdet seien Menschen ab 40 Jahren. Mediziner Hommer rief zu einer jährlichen Augenuntersuchung auf. "Wichtig ist, dass die Erkrankung im Frühstadium erkannt wird", sagte er. Glaukom lasse sich erfolgreich behandeln. Zunächst mit Medikamenten oder wenn nötig auch durch eine Operation.

Gesichtsfeld eingeschränkt
Das Gesichtsfeld von Glaukom-Betroffenen kann stark eingeschränkt sein. ARBÖ-Mediziner Josef Nagler verglich es mit dem Blick aus einer Windschutzscheibe, die bis auf ein kleines Loch abgeklebt ist. Erkrankte könnten aufgrund der aufrechten Sehschärfe die Augenuntersuchung für die Führerscheinprüfung ohne Probleme bestehen. Allerdings würden betroffene Autofahrer im Laufe der Zeit immer mehr Objekte am Rande des Gesichtsfeldes, die von der Seite her plötzlich auftauchen, übersehen.

Das gesunde Auge helfe zwar, Fußgänger am Zebrastreifen doch noch wahrzunehmen, durch die Erkrankung gehe aber die Tiefenschärfe verloren und Fahrzeuglenker "können Entfernungen nicht mehr genau einschätzen", sagte der ARBÖ-Mediziner.

"In diesem Land wird auf höchstem Niveau gejammert. Warum macht man sein eigenes Leben schwieriger und das der anderen gefährlicher?", fragte Chris Lohner, die sich im Rahmen des Hilfsprogramms "Licht für die Welt" für Menschen mit Sehbehinderungen in Entwicklungsländern engagiert. Sie kritisierte die mangelnde Bereitschaft hierzulande, zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Service: Am 12. März wird anlässlich des Weltglaukomtages ein Zelt auf dem Herbert-von-Karajan-Platz neben der Oper aufgestellt, wo sich Interessierte von Augenärzten untersuchen lassen können.)

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