Brustkrebs-Screening zeigt erste Erfolge

Früherkennung

Brustkrebs-Screening zeigt erste Erfolge

Deutschland hat Österreich seit einigen Jahren in gesundheitspolitischer Hinsicht etwas voraus: Dort gibt es seit Oktober 2005 bereits ein Brustkrebs-Screening, bei dem Frauen zwischen 50 und 70 alle zwei Jahre zur Mammografie eingeladen werden. Erstmals haben deutsche Wissenschafter jetzt versucht, den Effekt zu bestimmen. Eine Reduktion der Mortalität kann noch nicht nachgewiesen werden. Aber: Fast 80 Prozent der neu entstehenden Mammakarzinome bei Frauen, die am Screening-Programm teilgenommen haben, wurden im Rahmen des Programms entdeckt .

Auf gutem Weg

„Unsere Studie gibt einen deutlichen Hinweis dafür, dass wir auf einem guten Weg sind, mit dem Mammografie-Screening-Programm die angepeilte 25-prozentige Reduktion der Mortalität durch Brustkrebs zu erreichen“, sagte der Co-Autor der vor wenigen Tagen im Deutschen Ärzteblatt erschienenen Studie, Wolf Ulrich Batzler vom Krebsregister des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, gegenüber der APA.

Mit Oktober 2005 ist in Deutschland das Mammografie-Screening-Programm breit etabliert worden. In Nordrhein-Westfalen liegt die Beteiligung der infrage kommenden Frauen bereits bei an die 55 Prozent. International geht man davon aus, dass eine Beteiligung von 70 Prozent die Mortalität durch Brustkrebs unter den Teilnehmerinnen um an die 25 Prozent reduzieren kann.

Zeit noch zu kurz
„Für die Bestimmung eines solchen Effektes – die Reduktion der Brustkrebssterblichkeit – ist die Zeit noch zu kurz. Aber wir haben uns sogenannte Surrogat-Parameter angesehen“, sagte Batzler. Dazu verglich man die Daten von 878.764 Frauen, die zunächst an der ersten Mammografie-Untersuchung teilgenommen hatten, mit den Erkrankungen, die innerhalb von zwei Jahren entdeckt wurden – also im Intervall, das für die Mammografie im Rahmen des Programms vorgesehen ist.

Das Ergebnis: „Im Rahmen des Screenings (mit Einladung an die infrage kommende Altersgruppe der Frauen; in Deutschland werden die Untersuchungen in 94 Zentren durchgeführt, Anm.) wurden 78 Prozent der innerhalb von zwei Jahren neu aufgetretenen Mammakarzinome bei den Teilnehmerinnen des Programms entdeckt.“ Die restlichen 22 Prozent wurden erst außerhalb des Programms festgestellt.

Früherkennung
Bei Brustkrebs-Screening-Programmen geht es um die möglichst frühe Erkennung von Tumoren – am besten noch in einem Stadium, in dem eine möglichst schonende Operation das Problem bereinigt. Bei Vorliegen von Tochtergeschwülsten (Metastasen) ist Brustkrebs nach dem derzeitigen Stand der Medizin nicht mehr heilbar. Man will also die Mammakarzinom-Erkrankung in einem möglichst frühen Stadium entdecken.

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