So soll Botox gegen Depression helfen

Nervengift

So soll Botox gegen Depression helfen

Botox-Spritzen glätten nicht nur Stirnfalten, sondern können vielleicht auch Depressionen lindern. Eine Untersuchung an 30 Menschen, die teils schon lange unter Depressionen litten und bei denen Antidepressiva nicht die gewünschte Wirkung erzielten, deutet in diese Richtung.

10 Fakten über Botox 1/10
Fakt 1 Botox heißt eigentlich Botulinumtoxin:  Botox ist ein geschützter Markenname, der Wirkstoff heißt Botulinumtoxin.  Zum ersten Mal wurde der Wirkstoff in der Behandlung beim Schielen verwendet.
Fakt 2 Das Nervengift wird von dem weltweit verbreiteten Bodenbakterium Clostridium botulinum produziert und ist verantwortlich für eine häufig tödlich verlaufende Lebensmittelvergiftung. Seit den 90er Jahren wird es - in stark verdünnter Form - zur Lähmung von Nerven eingesetzt.
Fakt 3 Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das zu Lähmungserscheinungen führt.
Fakt 4 Nach etwa vier bis sechs Monaten lässt die Wirkung als Antifaltenmittel nach.
Fakt 5 5 Prozent aller Patienten reagieren nicht auf den Wirkstoff, die Falten bleiben
Fakt 6 Die ersten Ergebnisse nach einer Behandlung sind etwa nach einer Woche sichtbar.
Fakt 7 Falten entstehen durch eine Überreizung von Muskeln. Durch eine Injektion entkrampfen sich diese, die Haut entspannt sich und die „Verkrampfungserscheinungen“ bzw. Falten verschwinden.
Fakt 8 Häufigstes Einsatzgebiet ist die Zornesfalte zwischen den Augenbrauen (Glabellafalte).
Fakt 9 Botulinumtoxin wird niemals zur Volumenauffüllung der Lippe eingesetzt – Das ist ein weit verbreiteter Mythos.
Fakt 10 Botulinumtoxin wird auch gegen exzessives Schwitzen gespritzt. Beispielsweise an Füßen, Achseln oder Händen soll es die Schweißdrüsen lähmen.

Wie die Medizinische Hochschule Hannover am Montag mitteilte, waren die Patienten der Botox-Gruppe schon nach zwei Wochen weniger depressiv. Die Schwere der Symptome hatte sich bei 60 Prozent nach sechs Wochen mindestens halbiert. Bis zum Ende der Studie nach 16 Wochen traten weitere Verbesserungen ein. In der Placebo-Gruppe besserten sich die Symptome dagegen nur geringfügig. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschafter im Fachmagazin "Journal of Psychiatric Research".

Die Behandlung sei relativ nebenwirkungsarm, sicher und ökonomisch, da die Wirkung einer Spritze mehrere Monate anhalte, erklärte Prof. Tillmann Krüger von der MHH-Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie: "Botulinumtoxin könnte ein neuer Bestandteil in der Depressionsbehandlung werden." Bevor es breit eingesetzt wird, soll noch geklärt werden, unter welchen Bedingungen Botox Depressionen lindern kann und wie sich dies genau abspielt.

Amerikanische Wissenschafter hatten vor knapp zwei Jahren festgestellt, dass Menschen nach einer Botoxgabe Beschreibungen von Zorn, Ärger oder Trauer nur verzögert verstehen - vermutlich, weil sie nicht selbst die Stirn runzeln können. Das Nervengift wird schon lange zur Therapie neuromuskulärer Störungen eingesetzt. Augenärzte setzen es zum Beispiel zur Behandlung von Lidkrämpfen ein.

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