Weichmacher in Bio-Lebensmitteln

US-Studie

Weichmacher in Bio-Lebensmitteln

Bisphenol A (BPA) ist ein Weichmacher für Kunststoffe. Es stört bei Tieren den Hormonhaushalt und fördert beim Menschen wahrscheinlich Übergewicht und Diabetes. Jetzt zeigt eine kleine US-Studie, dass die Chemikalie auch in biologisch erzeugten Milchprodukten, Gemüse und Gewürzen vorkommt.

Höhere BPA-Werte

Die Forscher hatten eigentlich untersucht, ob Ernährung mit frisch zubereiteten Bioprodukten die Belastung durch den Weichmacher verringern kann, schreibt der Online-Dienst wissenschaft.de. Nach fünf Tagen Biokost hatten die vermeintlich gesund ernährten Probanden bis zu hundertfach höhere BPA-Werte im Urin als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Bio-Lebensmittel

An der Studie nahmen zehn Familien teil. Die eine Hälfte erhielt Tipps, um BPA zu vermeiden, und ernährte sich sonst normal. Die andere Hälfte wurde gebeten, sich mit eigens gelieferten Bio-Lebensmitteln zu versorgen. Entgegen den Erwartungen waren die BPA-Werte der Bio-Esser um das mehr als 30-fache angestiegen. Bei den normal essenden Familien blieben die Werte dagegen nahezu gleich, wie die Forschenden im Fachblatt "Journal of Exposure Science and Environmental Epidemiology" berichten.

"Wir waren davon extrem überrascht, wir hatten erwartet, dass die Konzentrationen für die Eltern und Kinder in der Bio-Gruppe deutlich sinken würden", sagt erklärt Erstautorin Sheela Sathyanarayana von der University of Washington.

Milch und Gewürze
Weitere Analysen enthüllten große Mengen Weichmacher in den Bio-Lebensmitteln. In Milchprodukten und Milch fanden die Forschenden bis zu 673 Nanogramm BPA pro Gramm, in Bio-Gewürzen wie gemahlenem Zimt und Cayenne-Pfeffer sogar 700 Nanogramm und in gemahlenem Koriander 21.400 Nanogramm pro Gramm.

Möglicherweise seien bessere und strengere Kontrollen nötig, um diese Belastung zu vermeiden, erklären die Forscher. Da Weichmacher nicht deklariert werden müssten, sei es für Verbraucher kaum möglich, belastete Produkte zu meiden. "Es ist extrem schwer, diesen Chemikalien aus dem Wege zu gehen, selbst wenn man es versucht", sagt Sathyanarayana.

BPA findet sich in Kunststoffen, Getränkekartons oder Konservendosen. Schon länger ist bekannt, dass es im Körper ähnlich wirkt wie das Geschlechtshormon Östrogen und damit zahlreiche hormonabhängige Prozesse beeinflussen kann. In Studien an Mäusen und Fischen störte BPA die Sexualentwicklung und "verweiblichte" die männlichen Tiere.
 

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