Schwaches Herz macht appetitlos

Kein Hunger

Schwaches Herz macht appetitlos

Ein schwaches Herz macht schlechten Appetit. Das funktioniert über die "Herz-Gehirn-Bauch-Achse" und hat offenbar eine große Bedeutung für Diabetes und Herzinsuffizienz. Wie nun eine aktuelle Studie von Endokrinologen der MedUni Wien am AKH zeigt, wirkt das vom Herzen erzeugte Hormon BNP auch appetithemmend. Diese Erkenntnis eröffnet neue Therapiechancen für Menschen mit chronischer Herzschwäche bzw. Zuckerkrankheit.

Das Herz reagiert nicht nur auf Hormone, es produziert einige dieser Botenstoffe auch selbst. Bei einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) wird beispielsweise eine erhöhte Menge des Hormons BNP (B-Typ natriuretisches Peptid) freigesetzt. Das wird auch für diagnostische Tests verwendet. Vermehrt produziert, unterstützt dieses Hormon die Herzarbeit: So scheiden einerseits die Nieren mehr Natrium (Salz) und Flüssigkeit aus, andererseits erweitern sich die Gefäße. Bekannt war der deutliche Zusammenhang zwischen der chronischen Herzinsuffizienz mit Appetitlosigkeit und starkem Gewichtsverlust, die Ursache dafür ist jetzt eine wichtige neue Erkenntnis, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung der MedUni Wien.

Wissenschafter rund um Martin Clodi von der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel konnte diese Frage nun beantworten. Verantwortlich ist das Hormon BNP, es hat eine direkt appetithemmende Wirkung. Auch den dahinter stehenden Mechanismus beschreibt die Studie, die vor kurzem im international führenden Fachmagazin "Diabetes" erschienen ist.

Bisher war nur bekannt, dass es eine in beide Richtungen wirkende Verbindung zwischen Gehirn und Magen-Darm-Trakt gibt. Diese sogenannte Gehirn-Bauch-Achse ist unter anderem maßgeblich für die chronischen Erkrankungen Reizdarm und Reizmagen verantwortlich. "Die nun entdeckte Herz-Gehirn-Bauch-Achse dient scheinbar ebenfalls dazu, mit dem Gehirn wichtige Informationen auszutauschen und wesentliche Körperfunktionen zu regulieren und im Falle der Herzinsuffizienz offenbar die Herzleistung durch Gewichtsreduktion zu erleichtern. Das eröffnet interessante Perspektiven für neue Therapiekonzepte der chronischen Herzinsuffizienz und von Diabetes", so Clodi.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden
Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum