11. Februar 2013 10:11
Bald 450.000 krank
Schulstart lässt Grippezahlen explodieren
Experten rechnen nach Ferienende mit einer wahren Grippe-Flut.
Schulstart lässt Grippezahlen explodieren
© Getty Images

Wien. 250.000 Österreicher liegen derzeit mit Grippe im Bett. Aber Mediziner warnen: Die Influenza wird schon in dieser kommenden Woche noch heftiger um sich greifen.

Ganze Büros sind schon jetzt wegen Krankenständen leer gefegt. Auch Politiker und Promis sind betroffen: EU-Abgeordneter Othmar Karas (ÖVP) hatte sie schon, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat sie eine ganze Woche lang gequält, und Dirigent Franz Welser-Möst musste wegen ihr sogar den Opernball absagen – die Grippe.

490.000 Schüler heute zurück aus den Ferien
„Den Höhepunkt der heurigen Grippewelle erwarte ich mir diese oder nächste Woche“, erklärt Sozialmediziner Michael Kunze im Gespräch mit ÖSTERREICH. Insgesamt werden mehr als 400.000 Opfer erwartet. 1.000 Menschen werden an den Folgeerscheinungen der Influenza sogar sterben!

Kinder und chronisch Kranke müssen aufpassen
Der Hauptgrund für den erwarteten Anstieg: Nach dem Ende der Semesterferien in Wien, NÖ und Vorarlberg strömen heute wieder 490.000 Kinder und Jugendliche in die Schulen. Und auf engstem Raum wird sich die Influenza rasant verbreiten. „Für die Viren wird das köstlich“, so Kunze. Gerade auf das obligatorische Begrüßungsbussi sollte man in dieser Woche also lieber verzichten. Denn schneller kann sich die Grippe kaum übertragen.

Zugleich ist das H1N1-Virus heuer stärker als noch im Vorjahr. Besonders Kinder, chronisch Kranke oder solche mit einem angeschlagenen Immunsystem sollten achtgeben. Und: Wenn es einen doch erwischt hat, sollte man rasch handeln.

Tipp: So killt man Viren
Service.
Gegen die Virusgrippe – im Unterschied zu bakteriellen grippalen Infekten – gibt es nur ein Mittel, das halbwegs wirkt: Tamiflu.

Aber: Während es früher hieß, man müsse mit dem Medikament innerhalb der ersten drei Grippetage starten, gibt es jetzt neue Anweisungen – wenn man nicht in den ersten 48 Stunden zu Tamiflu greift, ist es zu spät. Und das Medikament wirkt kaum noch.

Tipps. Sollte man den Beginn einer Virusgrippe „verschlafen“, helfen nur noch Medikamente, welche die Symptome (Fieber, Kopfweh, Gliederschmerzen etc.) lindern – also etwa Mexa-VitC oder Parkemed (um nur zwei gängige Marken zu nennen).

Man muss rund 14 Tage Krankenstand einrechnen.