Die wichtigsten Fragen zur Grippe

Mit Symptom-Test

Die wichtigsten Fragen zur Grippe

Den ersten Schnupfen schon erwischt? Ob in Schulen, Kindergärten oder Büros: Überall wird zurzeit gehustet und gerotzt. „Ich hab’ die Grippe!“, jammern viele, die mit roten Nasen, Kopfweh und Hustenattacken kämpfen.

Schwere Erkrankung
In vielen Fällen handelt es sich dabei jedoch keineswegs um die „echte Grippe“, sondern „nur“ um einen grippalen Infekt. „Das ist ein großer Unterschied“, weiß Allgemeinmedizinerin Doris Gapp vom Frauengesundheitszentrum Woman & Health in der Wiener Innenstadt. Denn: Während eine Erkältung meist nach sieben Tagen wieder vorbei ist, ist die echte Grippe eine ernst zu nehmende Krankheit, die unter Umständen sogar zum Tode führen kann. „Die Patienten fühlen sich nach einer echten Grippe oft noch Wochen später müde und erschöpft“, so die Allgemeinmedizinerin. Für MADONNA beantwortet sie die acht wichtigsten Fragen zum aktuellen Gesundheitsthema.

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1. Wie bekommt man die Grippe? Wie genau steckt man sich damit an?
Die Grippe wird durch so genannte Influenzaviren (Typ A und Typ B) hervorgerufen. „Das Virus wird meist durch Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Niesen, Husten oder Sprechen“, erklärt Ärztin Doris Gapp. Aber auch durch so genannte Schmier- und Kontaktinfektion – also durch Händeschütteln, über Türklinken, Geld oder Telefonhörer – kann man sich infizieren. „Die Viren gelangen letztlich über die Schleimhäute der Atemwege in den Körper“, so Gapp. Und: Nachdem man sich mit dem Virus infiziert hat, zeigen sich die ersten Beschwerden meist innerhalb von ein bis drei Tagen. Und: Wenn Sie das Virus bereits in sich tragen, können Sie jemand anderen schon damit anstecken, noch ehe die Erkrankung bei Ihnen ausgebrochen ist. Die Erkrankung bleibt ansteckend bis eine Woche nach dem Ausbruch.

2. Fieber und Schmerzen: 
Welche Symptome treten bei der Grippe auf?
Halsweh, Husten, Heiserkeit und Kopfweh – all diese Symptome treten bei einer Erkältung ebenso auf wie bei der echten Grippe. Wie also kann man feststellen, ob man tatsächlich an einer Grippe erkrankt ist? „Es gibt ein paar entscheidende Hinweise: Hat man sich mit der echten Grippe infiziert, tritt ganz plötzlich und heftig ein Gefühl der totalen Niedergeschlagenheit und Schwäche auf“, informiert Expertin Gapp. Typisch sind zudem hohes Fieber (über 38,5° C), Gliederschmerzen und trockener Husten – dafür eher selten Schnupfen. Gapp: „Bei der Infektion mit Erkältungsviren treten die ersten Symptome – meist Halsweh und Schnupfen – eher schleichend auf.“Der Arzt kann Grippeviren im Nasen- oder Halssekret nachweisen.

3. Was kann ich tun, um die Symptome der Grippe zu lindern?
Wenn der Arzt eine echte Grippe festgestellt hat, lautet die wichtigste Maßnahme: Das Bett hüten! „Wenn keine Komplikationen auftreten, kann die Grippe zu Hause behandelt werden“, so Medizinerin Gapp. Der Arzt kann auch spezielle Grippemittel oder schmerzstillende und fiebersenkende Arzneien verschreiben. Außerdem können Sie selbst einiges tun: „Bleiben Sie im Bett, schlafen Sie viel und achten Sie auf reichliche Zufuhr von Flüssigkeit – bei Fieber verliert der Körper viel davon“, rät die Spezialistin.

Erleichterung schaffen – gerade bei grippalen Infekten – auch bewährte Hausmittel: Trinken Sie Tees, die das Schwitzen fördern (wie Linden- oder Holunderblüten). Tipp: Die letzte Tasse vor dem Zubettgehen, warm eingepackt, möglichst heiß trinken, dann wirkt die schweißtreibende Maßnahme noch besser! Bei Husten, Halsweh und Bronchitis zeigen warme Kartoffelwickel gute Wirkung. So geht’s: Kartoffeln weich kochen und anschließend zerdrücken. Legen Sie sich ein Handtuch auf die Brust und geben Sie die Kartoffeln darauf. Wieder ein Handtuch darüber legen und die Packung mit einem Schal befestigen. Der warme Wickel kann bis zu einer Stunde lang einwirken.

4. Können auch Antibiotika gegen Influenza-Viren helfen?
„Nein. Antibiotika sind gegen Grippe-Viren wirkungslos“, erklärt Medizinerin Doris Gapp. Sie kommen nur dann zum Einsatz, wenn bakterielle Zweitinfektionen – wie etwa Lungenentzündung – entstehen. Vorsicht ist also geboten, wenn nach etwa drei bis sieben Krankheitstagen das Fieber wieder steigt – dann besteht der Verdacht auf eine bakterielle Infektion, die eine Lungen- oder Mittelohrentzündung auslösen kann. In diesem Fall müssen dann vom Arzt Antibiotika verabreicht werden.

5. Wie lange muss ich bei 
einer echten Grippe im Bett bleiben?
Ein an sich gesunder Erwachsener kann damit rechnen, nach fünf bis sieben Tagen wieder auf den Beinen zu sein. Ärztin Gapp: „Nach einer Grippe ist es jedoch sehr wichtig, sich weiterhin zu schonen. Man sollte drei Tage lang fieberfrei sein, ehe man die Alltagsaktivitäten wieder aufnimmt. Mit Sport sollte man noch länger zuwarten und erst wieder trainieren, bis man sich wirklich wieder hundertprozentig fit fühlt.“ Viele Rekonvaleszente meinen irrtümlich, nach einer Grippe vor weiteren Infektionen geschützt zu sein: „Das stimmt natürlich nicht. Denn es kann ja eine Neu-Ansteckung durch Viren erfolgen, gegen die der Körper noch keine Anti-Körper gebildet hat“, klärt die Medizinerin auf. Das heißt: Genesene sollten sogar besonders vorsichtig sein und den Aufenthalt in größeren Menschenmengen meiden, um sich nicht wieder mit anderen Viren anzustecken.

6. Welche Komplikationen können bei einer Grippeerkrankung auftreten?
Komplikationen können sich vor allem durch Zweitinfektionen mit Bakterien ergeben (siehe dazu auch Frage Nummer 4). „Vor allem bei älteren Personen, Menschen mit geschwächter Immunabwehr sowie bei Kleinkindern ist erhöhte Vorsicht geboten, da mitunter lebensbedrohliche Komplikationen entstehen können“, warnt Gapp. Zu den häufigsten Folge-Erkrankungen zählen Bronchitis, Lungenentzündung, Entzündungen der Nebenhöhlen und des Ohres, Nerven- oder Herzmuskelentzündungen.

7. Wie kann ich mich am beten vor einer Ansteckung schützen?
Zum Beispiel mit einer Grippeschutzimpfung: „Die beste Impfzeit ist zwar im November, aber eine Impfung kann auch zu Beginn einer Grippewelle noch sinnvoll sein. Es dauert etwa zwei Wochen, bis ein vollständiger Impfschutz aufgebaut ist“, sagt Gapp, die eine Schutzimpfung vor allem Kindern, Schwangeren, chronisch Kranken und älteren Menschen empfiehlt sowie Personen in Pflegeberufen. Wichtig: Die Impfung schützt „nur“ vor Grippe; nicht aber gegen andere virale Erreger, die Erkältungen auslösen. Was Sie noch tun können: Waschen Sie Ihre Hände mehrmals täglich mit Seife (vor allem nach U-Bahnfahrten oder Händeschütteln) und halten Sie Ihre Hände möglichst vom Gesicht fern – die Viren übertragen sich am häufigsten über den Weg „Hände-Gesicht-Atemwege“. Außerdem: Stärken Sie Ihre Immunabwehr, indem Sie sich vitaminreich ernähren, ausreichend bewegen und für genug Schlaf sorgen. Meiden Sie Menschenansammlungen (Kino, Theater) und lüften Sie Ihre Wohn- und Schlafräume mindestens zwei Mal am Tag.

8. Kann man sich auch ein zweites Mal mit dem selben Virus anstecken?
Medizinerin Doris Gapp: „Das ist eher die Ausnahme, da der Körper zwei bis vier Wochen nach der ersten Grippe gegen das Virus immun ist.“ Da sich Grippeviren aber fortwährend ändern, ist man vor Neu-Ansteckungen nicht gefeit und sollte sich auch jedes Jahr aufs Neue impfen lassen.

Autor: Kristin Pelzl-Scheruga
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