Neue Glücks-Schule für Kinder

Experten-Tipps

Neue Glücks-Schule für Kinder

Glückliche und gescheite Kinder – wer wünscht sich das nicht? Doch spätestens mit der Einschulung beginnen für viele Familien anstrengende Jahre: Schule und Hausaufgaben werden oft zum Dauerstreitthema. Die Kinder wollen toben, sich mit Freunden treffen oder spielen – und nicht auch noch am Nachmittag büffeln.

Zeit zum Toben
Genau das sollen sie auch, behaupten nun der deutsche Gesundheitswissenschafter Peter Axt und seine Tochter Michaela Axt-Gadermann, Sportmedizinerin, Hautärztin und Mutter zweier Kinder (Leonie, 10, und Linus, 6). „Heute weiß man, dass spielen und Sport treiben kein sinnloser Zeitvertreib ist, sondern für die geistige und körperliche Entwicklung ebenso wichtig wie Vokabeln lernen und Mathematik pauken“, sind die beiden Gesundheitsexperten überzeugt.

In ihrem pünktlich zum bevorstehenden Schulbeginn erschienenen Ratgeber Was Kinder schlau und glücklich macht (Herbig Verlag, um 18, 45 Euro) verraten sie jede Menge alltagstauglicher Rezepte, wie sich Schulerfolg und die Laune der Kinder verbessern lassen.

Was Kinder schlau und glücklich macht © Herbig
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Stimmen nämlich Lebensstil und familiäres Umfeld, so die These der Experten, werden Kinder nicht nur zufriedener und ausgeglichener, sondern auch intelligenter und leistungsfähiger. „Einen besonders großen Einfluss haben die Faktoren Sport und Spiel, Ernährung, Schlafverhalten und Musik.

Das Gute: Sie müssen nicht von heute auf Morgen das Leben Ihrer Kinder umkrempeln: „Oft lassen sich schon mit kleinen Lebensstilveränderungen spürbare Effekte erzielen, die sich auch im Schulzeugnis niederschlagen“, weiß Axt-Gadermann. Ein gutes Beispiel: Viele Kinder trinken zu wenig. Vier- bis neunjährige Kinder trinken oft nur halb so wenig wie empfohlen (sie sollten 900 ml bis 1 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen). Dabei wirkt sich eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung sofort (!) günstig auf die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit aus. Tipp für den Alltag: Stellen Sie immer ungesüßte Getränke (wie Wasser, Tees oder verdünnte Säfte) bereit. Man kann bessere Trinkgewohnheiten auch trainieren: Dazu einen Wecker so einstellen, dass er alle 60 Minuten klingelt. Bei jedem Klingeln sollte das Kind einen großen Schluck Wasser (50 bis 100 ml) zu sich nehmen. So summiert sich die Flüssigkeitsaufnahme über den Tag.

Brainfood
Intelligenz kann man auch essen: „Kinder, die viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen, dafür aber selten Fertiggerichte oder fetthaltige, nährstoffarme Lebensmittel, schneiden in Tests deutlich besser ab“, betonen die Autoren. Auch Kinder, die regelmäßig Fisch verzehren, erreichen bei Intelligenztests bessere Werte. Eine besondere Rolle spielt dabei das richtige (!) Frühstück: Wer sich morgens vorwiegend von Weißbrot, Marmelade oder Milchbrötchen mit Honig ernährt, muss bereits nach der ersten Unterrichtsstunde mit einem Energietief rechnen. „Für schnelles Denken brauchen wir langsame Kohlenhydrate“, fordern die Autoren. Ein schlaues Powerfrühstück enthält ballaststoffreiche Vollkornprodukte (Gebäck, Müsli), Obst und Milch oder Milchprodukte. Tipp: Lassen Sie Ihr Kind sein Frühstück selbst zusammenstellen – das erhöht die Akzeptanz. Verweigert das Kind morgens feste Nahrung, ist ein Milkshake mit Banane oder Beeren und feinen Haferflocken eine gute Alternative.

Medienkonsum
Keine gute Idee: die Kinder gleich nach der Schule „zur Entspannung“ fernsehen lassen: „Dadurch wird weniger Schulstoff behalten. Die Bilderflut behindert das Abspeichern von Lerninhalten“, so die Experten. Ein übermäßiger TV-Konsum wirkt sich eindeutig negativ auf die Schulnoten aus. Aber: Auch völlige Fernsehabstinenz ist nicht gut. Am besten sei gemäßigter Konsum mit gezielter Auswahl der Sendungen. Wichtig: Fernsehen nie als Druckmittel, Belohnung oder Strafe einsetzen. Und nie als Ersatz für Spiel und Bewegung.


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MADONNA Cover 21.08.2010 © MADONNA MADONNA, 21.08.2010

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