Geschlechterbilder im Wandel

Geschlechterbilder im Wandel

Der Stein kommt ins Rollen

Vor dem deutschen Gesetz sind Frauen und Männer gleichgestellt, doch nach wie vor werden an beide Geschlechter unterschiedliche Erwartungen und Ansprüche gestellt. Stereotype Geschlechterbilder dominieren nicht nur die Medien, sondern auch den privaten und öffentlichen Umgang miteinander.

Den Medien wird im Hinblick auf die Geschlechterrollen eine wichtige Aufgabe zuteil, denn Menschen sind täglich von Werbung, Fernsehen, Zeitschriften und Musik umgeben. Entsprechend stehen die Medien zwischen der Aufgabe, einerseits eine repräsentative Funktion zu erfüllen, aber andererseits auch die Gleichstellung durch entsprechende Darstellung zu unterstützen.

1. Körperbilder

Wie Menschen andere Menschen gezeigt bekommen, hat auch einen Einfluss darauf, wie sie sie betrachten und einschätzen. Die Art und Weise, wie Körper in den Medien dargestellt werden, trägt erheblich dazu bei. Medien bilden nicht nur ab, sie ergänzen diese Bilder auch um die Vorstellung, was die gezeigten Personen ausmacht.

1.1. Darstellung in der Werbung

In der Werbung noch mehr als in anderen Medien werden die gezeigten Bilder mit Emotionen aufgeladen, um eine bestimmte Vorstellung zu wecken. Die Darstellungsformen für Männer und Frauen sind dabei höchst unterschiedlich.

In der Regel entsprechen die abgebildeten Personen dem gängigen westlichen Schönheitsideal und sind jung. Frauen werden als schlank und elegant dargestellt, Männer als schlank und muskulös. Meist sind die Personen zudem weißer Hautfarbe und wenn Paare dargestellt werden, dann heterosexuell.

Unabhängig von den beworbenen Produkten werden Frauen wie Männer häufig in bestimmten Posen gezeigt. Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, doch das Gros sieht nach dieser Broschüre folgendermaßen aus:

Während bei Männern also der mediale Fokus auf Stärke und Professionalität liegt, werden Frauen als gefühlsbetont und sexuell interessant gezeigt. Besonders kritisiert wird, dass die Körperdarstellungen sowohl von Männern als auch von Frauen meist sehr abwegig sind, da sie vor dem Druck mit Bildbearbeitungsprogrammen behandelt werden. Es wird also ein Ideal vorgestellt, dass unmöglich zu erreichen ist.

1.2. Präsentation in der Modeindustrie


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Die Vorwürfe in der Werbebranche kommen in der Modeindustrie noch weit mehr zur Geltung. Mode und Körper sind unmittelbar miteinander verbunden. Kleidung kann verhüllen, unterstreichen und ein Statement sein; entsprechend ist sie für nahezu jeden Menschen täglich ein Thema und die Modeindustrie hat einen großen Einfluss.

Immer wieder sieht sich die Branche mit Vorwürfen konfrontiert, Magersucht zu fördern. Tatsächlich halten Models meist strenge Diäten und machen regelmäßige Workouts, um möglichst schlank zu sein. 2009 stand das Modelabel Ralph Lauren in der Kritik, als sie das Model Filippa Hamilton-Palmstierna entließen, weil sie sie für zu dick befanden – mit 54,5 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,75 Metern, wie hier berichtet wird.

Ein weiteres Problem ist, dass durchschnittliche Mode meist ausschließlich für schlanke Körper produziert wird. Einige Marken wie Abercrombie und Fitch bieten Kleidung über Konfektionsgröße L gar nicht erst an. Selbst wenn größere Konfektionsgrößen erhältlich sind, wirken sie am Körper anschließend völlig anders. Kunden bekommen dadurch, dass die Mode auch beinahe ausschließlich an dünnen Körpern präsentiert wird, zudem meist einen ganz anderen Eindruck von den Kleidungsstücken.

1.3. Das heutige Idealbild


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Körper allgemein, aber insbesondere Frauenkörper werden öffentlich bewertet und diskutiert. Das Schönheitsideal, das erreicht werden soll, ändert sich von Epoche zu Epoche. Waren in der Zeit der Renaissance füllige Hüften, ein leichtes Doppelkinn, goldblondes Haar und dunkle Augen das absolute Ideal, so sind die Ansprüche an den idealen Körper heute etwas anders gelegen.

Insbesondere Frauen sollen schlank sein, eine reine Haut und große Augen haben, sowie ein ansprechendes Dekolletee. Die Idealfigur ist die, einer Sanduhr mit üppigem Busen und den Maßen 90/60/90.

Personen mit Übergewicht werden häufig offen diskriminiert. Ihnen wird Faulheit und Esssucht zugeschrieben und es wird ihnen in einigen Fällen sogar vermittelt, dass sie sich im öffentlichen Raum besser nicht zeigen sollten und falls doch, nur entsprechend verhüllt.

Nach einer Umfrage des Online-Dating-Dienstes Tinder ist die größte Angst von Frauen bei einem Blind Date, dass ihnen körperliche Gefahr droht. Männer hingegen fürchten am meisten, dass sich das Date als fett herausstellt, schreibt smudailycampus.com.

Langsam allerdings verschiebt sich dieses Bild von der Idealfrau. So hat eine Umfrage ergeben, dass Männer inzwischen deutlich weniger ein Problem damit haben, eine Frau zu daten, die erfolgreicher im Beruf und intelligenter ist als sie selbst.

1.4. Körperbilder von Müttern


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Auch werdende Mütter, deren Körper sich durch die Schwangerschaft in einem Ausnahmezustand befindet, sind nicht gegen die ständige Bewertung gefeit. Stehen die Frauen in der Öffentlichkeit, so wie beispielsweise Prominente, ist der Druck noch einmal höher. Mütter sehen sich der Erwartungshaltung gegenüber, nach der Entbindung möglichst schnell wieder schlank zu sein.

Dabei braucht der Körper einige Zeit, um sich von der Geburt zu erholen. Organe rücken an ihren Platz zurück, die gedehnte Gebärmutter geht auf ihre ursprüngliche Größe zurück und von einem eventuellen Dammriss oder Dammschnitt können Schmerzen zurückbleiben, ebenso wie nach einem Kaiserschnitt, der mit einer größeren Operation am Bauch vergleichbar ist.

Zudem ist es in den ersten sechs Monaten nach der Geburt schwierig, Gewicht zu verlieren, da der Körper selbstständig Fettreserven anlegt, um während der Zeit des Stillens genügend Energie bereitstellen zu können.

Werdende Mütter aber auch solche, die gerade geboren haben, sehen sich außerdem häufig mit vielen Kommentaren konfrontiert, die ihre Gesundheit oder die des Kindes thematisieren, was den sozialen Druck verstärkt.

1.5. Körper außerhalb der Norm

Körper, die weit entfernt vom Idealbild geformt sind, werden in den Medien nur höchst selten präsentiert. Ob Menschen mit Kleinwuchs, fehlenden Gliedmaßen, einem Rollstuhl oder Übergewicht; was nicht dem gängigen Ideal entspricht, wird in der Regel nur dann gezeigt, wenn es einem anderen Zweck dient. So werden sie häufig als leidende Menschen dargestellt, die einem für sie grausamen Schicksal tapfer trotzen müssen. Meist werden körperliche Einschränkungen mit geistigen Defiziten verbunden und den Menschen wird distanzlos begegnet.

Menschen mit einem solchen Körper außerhalb der gezeigten Normen werden häufig von der Gesellschaft unter Druck gesetzt. Sei es, dass sie angestarrt werden, ihr Aussehen laut kommentiert wird oder sie sogar gebeten werden, einen öffentlichen Raum zu verlassen, wie dieser Beitrag schildert.

1.6. Frauen im Sport


©Commons.wikimedia.org - BigrTex

Weibliche Körper mit ausgeprägten Muskeln werden häufig als weniger begehrenswert betrachtet und muskulöse Frauen stehen oft im Ruf, traditionelle Rollenbilder bekämpfen zu wollen.

Im Rahmen der Fitnessmesse FIBO, die jährlich in Köln stattfindet, haben seit Jahren auch weibliche Amateure im Bodybuilding ihren Platz, allerdings wird bei den Frauen meist weniger auf reine Muskelmasse geachtet, sondern es spielen auch Faktoren wie „Weiblichkeit“ eine Rolle. Wie in dieser Galerie zu sehen ist, wird bei den teilnehmenden Frauen der Miss FIBO Power Beauty darauf geachtet, dass die Muskeln dennoch eine weibliche Figur widerspiegeln und der Show-Lauf erfolgt auf High Heels.

Trotz anderer Bewertungskriterien als beim Mann ist die steigende Akzeptanz weiblicher Bodybuilder auch ein Zeichen dafür, dass Frauenbilder sich selbstbewusster entwickeln und weg bewegen von der traditionellen Rolle als „schwaches Geschlecht“.

2. Andere Länder, andere Sitten

Trotz zunehmender Globalisierung ist die individuelle Kultur in den einzelnen Ländern noch stark ausgeprägt. Was für Frauen und Männer in China selbstverständlich ist, kann in europäischen Ländern Kopfschütteln hervorrufen und umgekehrt. Natürlich spielt hierbei auch die Geschichte der einzelnen Länder eine Rolle und obwohl die allermeisten Kulturen patriarchalische Ursprünge haben, sind einige inzwischen auf einem anderen Weg.

2.1. Europa

Auch wenn Europa sich als aufgeklärtes Land versteht, so bestehen doch auch heute noch viele Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, die auf den ersten Blick nicht so gravierend scheinen, aber dennoch Einfluss auf das tägliche Leben haben.

2.1.1. Religion als Anker der Tradition

Der christliche Einfluss spielt nach wie vor eine große Rolle. Auch wenn Kirche und Staat getrennt sind, so hat die Kirche als ein großer Arbeitgeber doch die Möglichkeit, heteronormative Rollenbilder einzufordern und beispielsweise Mitarbeiter zu kündigen, die eine Scheidung hinter sich haben.

Die Bibel als zugrunde liegendes Werk des Christentums enthält viele Passagen, in denen klar ist, dass innerhalb dieser Religion die Frau dem Mann untergeordnet ist und ihre Akteure sind zum Großteil männlich. Noch heute können im katholischen Christentum Frauen kein höheres Kirchenamt bekleiden.

Die Vorstellung der klaren Rollenaufteilung von Mann und Frau ist über Jahrhunderte selbstverständlich gewesen; entsprechend sind die Auswirkungen dieser Lebensweise auch heute noch aktiv.

2.1.2. Verhütung und Abtreibung


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Die in den 1960ern entwickelte Antibabypille hat die Verhütung revolutioniert. Inzwischen ist die Pille das meistgenutzte Verhütungsmittel in allen Industrienationen. Zunächst war sie nur für verheiratete Frauen zu bekommen, erst 1965 stand sie auch unverheirateten Frauen zur Verfügung.

Über diese Verhütungsmethode haben Frauen eine größere Autonomie über ihren Körper und auch ihre Lebensplanung erhalten. Seit 2010 ist die Pille danach bereits rezeptfrei in Österreich zu bekommen, in Deutschland.

Für viele Frauen bedeutete es lange Zeit teilweise große Umstände und auch ein soziales Stigma, wenn sie die Pille danach erwerben wollten. Meist wurde diesen Frauen Leichtsinn im Umgang mit der Verhütung vorgeworfen, selbst wenn beispielsweise ein defektes Kondom die Ursache war. Da das Medikament innerhalb einer kurzen Zeitspanne die größte Wirkung entfaltet, bestand das größte Problem allerdings darin, zeitnah einen Termin in einer gynäkologischen Praxis zu bekommen oder an Wochenenden die Notaufnahme eines Krankenhauses dafür aufsuchen zu müssen.

2.1.3.Die gläserne Decke

Die sogenannte gläserne Decke ist eine Metapher für das Phänomen, dass Frauen in Führungspositionen generell wenig präsent sind. Gründe dafür sollen unter Anderem stereotype Vorstellungen von Frauen und Männern gepaart mit einer männlichen Dominanz auf Führungsebenen sein, die verhindern, dass Frauen in diese Ebenen aufsteigen können. Zudem wird gerade bei Frauen im Alter um die 30 Jahre erwartet, dass sie in nächster Zeit schwanger werden und für die Familienplanung mindestens eine Arbeitspause einlegen, wenn sie nicht sogar ganz aus dem Berufsleben treten. Eine weitere Ursache wird darin vermutet, dass männliche dominierte Führungsetagen sich ihren Nachwuchs eher unter ihresgleichen suchen, schreibt die Huffington Post. Frauen stehen demnach vor der Schwierigkeit, sich dem männlichen Habitus zwar anzupassen, aber dennoch nicht zu maskulin aufzutreten.

2.1.4. Frauenquote

Um dieses Ungleichgewicht in den Führungsetagen zu verkleinern, hat sich Österreich dazu verpflichtet, bis Ende 2018 eine Frauenquote von 35 Prozent in die Aufsichtsräte zu bringen, wie hier nachzulesen ist. Viele europäische Länder haben schon seit längerem feste Vorgaben gesetzlich verankert. Das Gesetz soll den bislang wenig erfolgreichen freiwilligen Bemühungen der Wirtschaft neuen Schub geben.

Die Frauenquote sieht sich häufig mit dem Vorurteil konfrontiert, dass Stellen gezielt mit sogenannten „Quotenfrauen“ besetzt werden, unabhängig von der tatsächlichen Eignung oder Leistungsfähigkeit der Frau. Tatsächlich sieht die Regelung aber vor, dass im Falle von zwei Bewerbern mit gleicher Befähigung auf eine Stelle die Frau vorgezogen werden soll, bis die Quote erfüllt ist.

2.2. Indien


©Pixabay.com - Bindue

Als 2012 eine junge Studentin in einem Bus in Indien brutal von mehreren Männern vergewaltigt wurde und dabei zu Tode kam, richtete sich die mediale Aufmerksamkeit geschlossen auf das Land. Seitdem wird in Europa immer wieder über weitere Fälle aus Indien berichtet.

Das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen ist dort sehr stark ausgeprägt, obwohl die Chancen sich inzwischen verbessert haben müssten, denn auch Frauen haben inzwischen großflächig Zugang zu höherer Bildung und können einen Beruf ergreifen.

2.2.1. Hohe Gewaltquote gegen Frauen

Mehrere Studien belegen, dass die Gewalt gegen Frauen in Indien große Ausmaße hat. Frauen gelten vor allem in ländlichen Gebieten noch immer als weniger wertvoll, weswegen weibliche Föten häufig abgetrieben oder sogar lebende weibliche Säuglinge getötet werden. Inzwischen leben in Indien deutlich mehr Männer als Frauen, heißt es in diesem Beitrag.

Frauen sind in der Ehe überdurchschnittlich oft Opfer von Gewalttaten und sehen sich in der Öffentlichkeit häufig mit Belästigungen konfrontiert. Auch Zwangsehen und Morde aufgrund zu geringer Mitgift sind in Indien ein Thema.

Inzwischen wagen jedoch immer mehr Frauen, ihre Angreifer bei der Polizei anzuzeigen und Präsident Pranab Mukherjee hat angekündigt, dass solche Vorfälle künftig verstärkt verfolgt und geahndet werden sollen.

2.2.2. Aus Armut gegen geltende Gesetze

Obwohl auch in Indien eine Schulpflicht gilt, wird diese in ärmeren Gegenden häufig ignoriert. Da Frauen in der traditionellen Auffassung lediglich für den Haushalt zuständig sind und Männer das Geld einbringen, gelten geborene Mädchen als Last. Auch wenn das Verlangen einer Mitgift inzwischen gesetzeswidrig ist, wird in ländlichen Gegenden von der Familie der Frau häufig noch immer eine solche verlangt, was für arme Familien sehr kostspielig ist.

2.3. China und Japan

Auch wenn China und Japan kulturell natürlich nicht ohne weiteres gleichgesetzt werden können, so ähneln sich die Vorstellungen der Rollenbilder doch sehr.

2.3.1. Wertvolle Söhne

Ähnlich wie in Indien gelten Männer als diejenigen, die das Geld verdienen, um die Familie zu ernähren. Traditionell wird von ihnen erwartet, in die Ehe ein Haus oder eine Wohnung und ein Auto einzubringen, auch wenn Frauen inzwischen ebenfalls gut verdienen und die Investition auch selbst tätigen können.

2.3.2. Hausfrauen und Mütter

Gut gebildete und verdienende Frauen werden häufig als nicht sehr begehrenswert betrachtet. Die öffentliche Erwartung besteht darin, dass Männer sich eine Frau aus einer „niedrigeren“ Klasse wählen, während Frauen sich an der „höheren“ Klasse orientieren. Doch hinter diesem Denken stehen meist die noch traditionell aufgewachsenen Eltern, weniger die jetzt junge Generation.

Nichtsdestotrotz bemüht sich die chinesische Regierung weiter, die Stereotypen aufzubrechen und stellt Männer und Frauen vor dem Gesetz gleich.

2.4. Afrikanische Länder

Die afrikanischen Länder in ihrer Gesamtheit zu umfassen, ist aufgrund der hohen Heterogenität unmöglich, entsprechend soll sich dieser Abschnitt auf westafrikanische Länder beschränken.

2.4.1 Großfamilie

Traditionell steht die Großfamilie im Zentrum der Gesellschaft. Während in europäischen Ländern der Individualismus stark ausgeprägt ist, wird in der westafrikanischen Großfamilie viel Wert auf Solidarität und Verantwortung gelegt. Ehen sind zwar häufig arrangiert, aber in den allermeisten Fällen keineswegs mit einer Zwangsehe zu vergleichen.

2.4.2. Patriarchalische Strukturen und weibliche Solidarität

Patriarchalische Strukturen mit einem Mann als Familienoberhaupt sind hier nach wie vor üblich. Während von Frauen Arbeit im Haushalt erwartet wird, sollen Männer vor allem hart arbeiten und Geld verdienen, um die Familie zu ernähren. Männer haben häufig die Verantwortung insbesondere auch für alle finanziellen Angelegenheiten. Entsprechend bilden sich vermehrt Frauennetzwerke, die sich gegenseitig gegen Ungleichbehandlung unterstützen und beispielsweise wirtschaftliche Gemeinschaften bilden, um Unabhängigkeit vom Mann zu erreichen.

2.5. Saudi Arabien


©Commons.wikimedia.org - Dantadd

Ein prominentes Beispiel für die teilweise sehr eingeschränkte Lebensweise von Frauen ist Saudi Arabien, doch auch hier brechen die alten Strukturen langsam auf.

2.5.1. Frauenleben zwischen Verboten

Das Leben von Frauen in Dubai ist zu einem großen Teil von Verboten vorgegeben. So dürfen sie beispielsweise nicht Auto fahren, nicht öffentlich Sport treiben und müssen für geschäftliche Angelegenheiten die Erlaubnis ihres Ehemannes oder Vaters einholen. Kontakt zu Männern, abgesehen von Familienmitgliedern, ist ihnen untersagt.

2.5.2. Männer tragen die Verantwortung für alles

Arabische Feministinnen kritisieren, dass einige Frauen auch ausnutzen, dass Männer alles für sie regeln müssen und sich mit dieser Situation aus Bequemlichkeit arrangieren. So dürfen Frauen in Saudi Arabien ohne die Erlaubnis ihres Mannes weder reisen, noch Verträge abschließen oder einen Pass beantragen. Einige Frauen ruhen sich in dieser Position aus und scheuen sich, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen, heißt es.

2.5.3. Gebildete Frauen auf dem Vormarsch

60 Prozent der Frauen in Saudi Arabien haben einen Hochschulabschluss. Allein die häufig vorgeschriebene Geschlechtertrennung hält viele Frauen davon ab, einen Beruf zu ergreifen. Da sie oftmals keine Anstellung finden, gründen viele gut ausgebildeten Frauen kurzerhand Start-Up-Unternehmen und werden so auch in der Geschäftswelt immer präsenter, schreibt die Welt.

3. Fazit

Auch wenn in vielen Teilen der Welt noch immer traditionelle Rollenbilder vorherrschen, so brechen diese Strukturen doch Stück für Stück auf. Sowohl Männer als auch Frauen können sich inzwischen vielerorts freier von Stereotypen in ihrer Lebensgestaltung bewegen, doch bis zu einer wirklichen Gleichberechtigung ist der Weg noch weit, auch in europäischen Ländern.