Frenkie Schinkels

Die Rückkehr des Tanzlehrlings

24.03.2012

Schulden, Alkohol-Sucht, seine Frau starb - er gab nie auf.

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© TZ ÖSTERREICH / Bruna
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Frenkie Schinkels (49): Im TV und im echten Leben hat der Ex-Kicker stets einen frechen Grinser und einen flotten Spruch auf den Lippen, wirkt dauerhaft gut gelaunt. Das verwundert alle, die ihn besser kennen, denn das Schicksal hat dem Holland-Österreicher (geboren in Rotterdam) schon einige kräftige Ohrfeigen verpasst.
„Als ich 13 Jahre alt war, litt meine Mutter Hennie an Alkohol- und Tablettensucht. Ich habe ihr damals immer die Tabletten bringen müssen, sagt Schinkels zu ÖSTERREICH. „Ihre letzten Monate verbrachte sie dann sogar in der Psychiatrie. Damals habe ich mir geschworen, nie Tabletten anzugreifen.“

Selbst als er 2005 ein Burnout hatte, lehnte er Antidepressiva ab, die ihm der Arzt verschreiben wollte. „Ich hab einfach gesagt, dass ich Grippe habe, und zwei Wochen als Trainer bei der Wiener Austria pausiert. Ich hab mir einfach zu der Zeit selbst so viel Druck gemacht, dass ich irgendwann nicht einmal mehr die einfachsten Entscheidungen treffen konnte.“

Flucht in Alkohol
Ein vermeintlich guter Tipp von Freunden – „Ein ‚Achterl Rot‘ beruhigt“ – führte zu neuen Problemen. „Ich bin auf der Trainerbank mit meiner Isostar-Flasche gesessen und hab in Wahrheit zwei ‚Achterl‘ drinnen gehabt. Wenn der Vulkan dann hochgegangen ist, hab ich einen kräftigen Schluck genommen.“

Frau rast in Tod
1995 der nächste Schicksalsschlag. Seine erste Frau, Esther, kommt bei einem Autounfall ums Leben. Schinkels steht mit 4 Kindern vor dem Nichts. „Da bin ich in ein Alkoholloch gerutscht. Hohe Schulden habe ich gehabt. Bahnhöfe musste ich putzen und Prospekte austragen, um Geld zu verdienen. Zum Glück habe ich sechs Monate später meine jetzige Frau Ramona kennengelernt, die mich samt den Kindern genommen hat und mich von meiner Trinksucht geheilt hat.“

Sie ist es auch, die am Freitag in der ersten Reihe bei Dancing Stars mit ihrem Schatz mitfieberte und ihm im Wiener AKH nach seiner Kiefer-OP die Hand hielt. Ein Weisheitszahn hatte sich entzündet, fünf Tage verbrachte er im Spital.
„Das waren Schmerzen, aber ans Aufgeben habe ich nicht eine Sekunde gedacht. So bin ich nicht.“

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