Florence Givens Aufruf <br> zur Selbstliebe

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Florence Givens Aufruf
zur Selbstliebe

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Buchautorin Given verrät in ihrem Buch, warum Frauen weniger Erwartungen erfüllen, sondern dem Feminismus frönen sollten.

Frisch, feministisch und alles andere als verlegen: Influencerin Florence Given nimmt sich kein Blatt vor den Mund, schon gar nicht in ihrem Buch „Frauen schulden dir gar nichts“. Ob Körperbehaarung, Rassismus, Online-Dating oder toxische Männlichkeit: Die 23-jährige Britin spricht Klartext. So setzt sie sich in ihrem Bestseller für das Ende der überholten Vorstellungen des Patriarchats ein – und plädiert dafür, sich selbst zur großen Liebe auszusuchen, da „gerade heute ein wunderbarer Tag ist, um den Typen loszuwerden, der uns eh nicht glücklich macht“. Denn Frauen schulden niemandem etwas – hier die besten Passagen aus ihrem Werk.

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Florence Givens Aufruf <br> zur Selbstliebe
× Florence Givens Aufruf <br> zur Selbstliebe

Feministin Florence Given, 23, macht ihre Fans auf Schönheitsideale, Gender und Co. aufmerksam.

Aufruf zur Selbstliebe

„Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft, die unsere Attraktivität über alles und jede*n stellt.“ Soll heißen: „Das Leben ist einfacher, wenn wir uns den gesellschaftlichen Schönheitsidealen unterwerfen. Punkt.“ Frauen sind bemüht, diesen „patriarchalen Regeln und der Gehirnwäsche“ zu folgen. Eine haarige Angelegenheit kann das Thema Körperpelz werden, denn glatt gilt immer noch als anstrebenswert. Given plädiert dafür, sich Gedanken zu machen – und so vielleicht den ersten Schritt in Richtung Freiheit zu schaffen. Sie pfeift nämlich aufs Rasieren: „Ich hatte genug davon, mir erzählen zu lassen, dass ich von etwas abgestoßen sein sollte, das einfach Teil meines Körpers war. Ich wollte meinen Körper lieben, ich wollte ihn nicht hassen.“ Kampfansage mit Erfolg: „Es gab mir einen Teil meiner Autonomie zurück zu wissen, dass Männer und der Kapitalismus keine Kontrolle über meinen Körper mehr hatten. Fuck you, rosa Rasierer, ich bin jetzt eine haarige Bitch!“

Ausstieg aus dem System der Unterdrückung

Selbstliebe ist für die Autorin in unserer kapitalistischen Gesellschaft auch mit Rebellion verbunden: „Wir leben in einer Welt, die von unseren Unsicherheiten profitiert. Und meistens ist es das patriarchale System, das uns glauben machen will, wir müssten uns mit Kompromissen zufriedengeben, um geliebt zu werden – für eine Art von Liebe, die viel zu oft in Beziehungen endet, die uns schwächen und die auf Zwang beruhen.“ Wenn Frauen sich jedoch selbst feiern und lieben, gleicht das dem Ausstieg aus dem System der Unterdrückung: „Du sagst damit der Welt, dass du diese Scheiße durchschaust.“

Selbstbefriedigung normalisieren

Fehlende Orgasmen und das Vergessen der weiblichen Lust kommen auch nicht zu kurz im Buch – die Influencerin (rund 607.000 Instagram-Fans) startet einen Aufruf zur Selbstbefriedigung: „Es ist dringend notwendig, dass wir weibliche Masturbation als etwas völlig Normales ansehen. Und zwar für alle Frauen. Denn wenn wir Selbstbefriedigung normalisieren, dann normalisieren wir gleichzeitig auch die weibliche Sexualität – und wenn wir das tun, sehen wir Frauen als Menschen, die Sex genauso genießen wie alle anderen. Und nicht mehr wie passive Objekte, mit denen man Sex hat.“

Macht über deinen eigenen Körper

„Sobald wir unsere eigene Sexualität selbst beherrschen, sind wir eine Bedrohung. Eine Frau, die sich nicht für ihre Sexualität schämt, die ihre eigene Macht kennt und ihre Objektifizierung für ihre eigenen finanziellen Vorteile und zu ihrer Ermächtigung nutzt, ist eine Bedrohung für den Kapitalismus und für den Status quo. Und sie eine fucking Ikone.“ Die Scham ist für die Aktivistin das übermächtige und heimtückische Spielzeug, Frauen davon abzuhalten, „Macht über deinen eigenen Körper zu erlangen, weil die Gesellschaft darauf angewiesen ist, Kontrolle über deinen Körper als ‚Produkt‘ zu haben.“

Frauen als Objekte

Laura Mulvey prägte den „männlichen Blick“, der beschreibt, wie Medien Frauen als Objekte präsentieren. Das hat für Given unmittelbare Konsequenzen auf unser Leben: „Uns wird beigebracht, Männer hätten ein so großes Anrecht auf unseren Körper, dass wir aufgrund unserer Klamotten für Übergriffe verantwortlich gemacht werden können. Aber gleichzeitig wird von uns erwartet, ihn so zu präsentieren, dass er für Männer begehrenswert genug ist, damit wir respektvoll behandelt werden.“

© KiWi
Florence Givens Aufruf <br> zur Selbstliebe
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"Frauen schulden dir gar nichts" um 14,95 Euro, erschienen im KiWi Verlag.

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