#metoo bei den Engeln

Victorias's Secret

#metoo bei den Engeln

Nach Recherchen der „New York Times“ soll der Marketingchef von „Victoria’s Secret“ immer wieder Models begrapscht und geküsst haben

 D r amerikanische Unterwäsche-Konzern „Victoria’s Secret“ steht nach einem kürzlich erschienenen Artikel in der „New York Times“ massiv in der Kritik. Darin kommen zahlreiche Models zu Wort, die von sexuellen Übergriffen und Machtmissbrauch berichten. Im Fokus: Firmenchef Les Wexner und der ehemalige Präsident der Muttergesellschaft, Ed Razek. Die Vorwürfe lauten Machtmissbrauch gegenüber den Models, anzügliche Bemerkungen, Tyrannei und Belästigung. So soll vor allem Razek zahlreiche Dessous-Models über Jahre hinweg belästigt haben. Topmodel Bella Hadid soll er vor einer Show geraten haben, auf die Unterhose zu verzichten und stattdessen „diese perfekten Titten“ zu zeigen. Zuvor soll er die 24-Jährige bei der Anprobe ihrer Kleider beobachtet haben. Model Andi Muise klagt in der „Times“ an, dass sie keine Aufträge des Unterwäsche-Giganten mehr erhalten habe, als sie auf die vermeintlichen Forderungen von Razek nicht eingegangen sei.

Falsche Castings

Auch der Name Jeffrey Epstein fiel im Zusammenhang mit den aktuellen Vorwürfen. Mindestens zwei Frauen behaupteten, dass er ein falsches Casting veranstaltet haben soll, um Frauen anzulocken. Dabei soll er sie auch gegen ihren Willen angegriffen haben. Konzernbesitzer Wexner soll diese Aktionen geduldet haben. „Es fühlte sich an wie ein Casting für Prostituierte“, erzählt eine Betroffene: „Ich dachte, ich bin in der Hölle.“ Razek wies gegenüber der „New York Times“ die erhobenen Vorwürfe als „unwahr“ zurück: „Ich hatte das Glück, mit zahllosen Weltklasse-Modellen und begabten Fachleuten zusammenzuarbeiten, und bin sehr stolz auf den gegenseitigen Respekt, den wir einander entgegenbringen.“