Die gebürtigen Tirolerinnen Sandra Thaler und Annette Prechtl.

Designer im Talk

Elfenkleid: Intuition unterstreicht Charakter

Elfenkleid – das sind die beiden charismatischen Designerinnen Sandra Thaler und Annette Prechtl. Im Talk mit MADONNA eröffnet Thaler Einblicke in ihr kreatives Schaffen.

Die Gründerinnen des Labels Elfenkleid, Sandra Thaler und Annette Prechtl, erschaffen kunstvolle Designs mit klaren Linien und einem Hang zur Mystik. Sandra Thaler über Intuition, Inspiration, Mut zur Einfachheit und die Entstehung einer Kreation.

MADONNA: Frau Thaler, erzählen Sie uns von ihrer frühesten Begegnung mit der Welt der Mode, mit der Welt des Designs?

Sandra Thaler: Der Sinn für schöne Dinge war immer schon Teil meines Lebens. Es gab keine konkreten Begegnungen, es gab nur irgendwann ein Bild in meinem Kopf. Ich bin nun dabei, dieses Bild jeden Tag ein bisschen mehr zu verwirklichen.

MADONNA: Wie entstand die Idee zu Ihrem Label Elfenkleid?

Thaler: Es war am Anfang eine intuitive Idee, die sich als richtig erwies.

MADONNA: Wie sieht Ihre Zusammenarbeit aus? Wie haben Sie sich gefunden?

Thaler: Annette und ich haben uns bei der Ausbildung kennengelernt (an der Höheren Lehranstalt für Mode- und Bekleidungstechnik Herbststrasse in Wien, Anm. d. Red.). Unsere Zusammenarbeit beruht auf Respekt, Vertrauen und Kompromissen in allen Bereichen.

MADONNA: Gibt es Bereiche, in welchen Sie immer einer Meinung sind?

Thaler: Nein.

MADONNA: Wobei haben Sie unterschiedliche Sichtweisen?

Thaler: Wir haben immer einen gemeinsamen Fokus, der aber auch immer unterschiedliche Sichtweisen beinhaltet, die dann diskutiert werden. Das ist wie in einer Beziehung, die nur mit Toleranz und Respekt funktioniert.

MADONNA: Was inspiriert Sie, aus welchen Quellen schöpfen Sie neue Ideen?

Thaler: Das ist sehr unterschiedlich, das können Filme, Länder und Menschen sein...

MADONNA: Wie entstehen Ihre Kreationen? Skizzieren Sie für unser Leserinnen und Leser den Weg von der Idee bis zur fertigen Kreation.

Thaler: Meistens ist es dieser Weg: Gemeinsames Brainstorming-Thema-Richtung.... Erstes Entwerten.... Gemeinsame Entwürfe auf den Tisch legen und besprechen.... Überarbeiten der Entwürfe..... Erstschnitterstellung und Entwicklung der Erstmodelle.

MADONNA: Was ist Ihre größte Leidenschaft in Ihrer Arbeit?

Thaler: Die Summe aller Dinge. Die Verwirklichung der Idee in meinem Kopf.

MADONNA: Für welche Damen designen Sie, haben Sie eine Zielgruppe?

Thaler: Wir wollen Frauen ansprechen, die ihren Charakter unterstreichen wollen, die Person bleibt bei uns immer im Vordergrund.

MADONNA: Was braucht die Dame von heute?

Thaler: Mut zur Einfachheit.

MADONNA: Welche Überlegungen machen Sie sich zu Beginn einer Kollektionslinie?

Thaler: Thema, Stilrichtung, Farben, Materialien.

MADONNA: Gibt es immer Überthemen und wie finden Sie diese?

Thaler: Ja die gibt es, und sie entstehen meistens in der Kommunikation miteinander.

MADONNA: Inwieweit fließen internationale Trends in Ihre Arbeit ein?

Thaler: Bewusst glaub ich nicht, dem Zeitgeist kann man aber nicht entrinnen. Und das ist auch okay so.

MADONNA: Wie lautet das aktuelle Motto Ihrer Kollektion?

Thaler: Wir haben seit letztem Jahr eine neue Linie neben unserer Ready to Wear - Kollektion, die wir ‚Black and White Edition’ nennen. Sie ist eine moderne Interpretation von Braut- und Abendkleidern. Die neue Black Edition trägt den Kollektionsnamen ‚Federnball’.

MADONNA: Viele Designer sagen, Sie beschäftigen sich mit der aktuellen gesellschaftspolitischen Lage und lassen diese in die Mode einfließen. Wie ist das bei Ihnen?

Thaler: Bei uns sind es sicher keine bewussten demonstrativen gesellschaftspolitischen Einflüsse. MADONNA: Welche Materialien bevorzugen Sie? Thaler: Kommt natürlich ganz auf die Kollektion an. Wir arbeiten aber ausschließlich mit qualitativ hochwertigen Materialen. Das Feld erstreckt sich von hochwertigen Baumwollpopeline, Viscose Jerseys, über Walk und Loden bis hin zu den verschiedensten Seidenqualitäten.

MADONNA: Damen erwarten sich von Mode nicht nur Schönheit, Originalität und ein tragbares Design, sondern auch gute Qualität zu fairen Preisen. Wo lassen Sie nähen und mit welchem finanziellen Rahmen muss man rechnen?

Thaler: Ab wann ist ein Preis fair? Ich denke das Bewusstsein, was eine Hose oder ein Kleid kosten darf, hat sich in Zeiten der Globalisierung sehr verändert. Wir versuchen wieder zu kommunizieren, welche Arbeit und Qualität hinter einem Kleidungsstück stecken, und haben somit auch ‚faire’ Preise. Wir wollen niemanden ausnehmen, wollen aber auch selber davon leben, ohne dass wir in Billiglohnländern produzieren müssen.

MADONNA: Wen möchten Sie einkleiden?

Thaler: Wie schon gesagt liegt es uns am Herzen, Frauen anzusprechen, die ihren Charakter unterstreichen wollen, denen es wichtig ist, dass ihre eigene Persönlichkeit durch die Kleidung unterstrichen wird und sie sich nicht verkleiden. MADONNA: Welchen internationalen Weg schlagen Sie ein? Thaler: Step by step ... im Moment haben wir das Tempo vom internationalen Weg etwas herausgenommen und konzentrieren uns sehr stark auf unsere Zweitlinie, die im Moment am nationalen Markt angeboten wird.

MADONNA: Was macht eine gute Kreation aus?

Thaler: Die Kombination aus Einzigartigkeit bzw. Unverwechselbarkeit und Tragbarkeit.

MADONNA: Welche Designer finden Sie gut?

Thaler: Designer, die diese Kombination umsetzen, die durch ihre Einzigartigkeit von Kollektion zu Kollektion wiedererkennbar sind.

MADONNA: Frau Thaler, Danke für das Gespräch

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