Das Zwillings-Schicksal der Müller-Schwestern

Brustkrebs

Das Zwillings-Schicksal der Müller-Schwestern

Renate und Ingrid Müller litten gleichzeitig an Krebs. Das Interview über ihren Kampf.

Doppelter Lebensmut
Die Zwillinge Renate und Ingrid Müller erkrankten nahezu zeitgleich an Brustkrebs.  Mit zwei  Minuten Abstand wurden Renate und Ingrid Müller geboren. Dass beide an Krebs erkrankten, war genetisch bedingt. 

"Miteinander eins zu sein“, ist für Renate und Ingrid Müller (43) schönste, aber auch schonungslose Wahrheit. Die eineiigen Zwillingsschwestern aus Deutschland teilen seit jeher alles – vor drei Jahren auch die Schockdiagnose Brustkrebs. Zwei Monate nachdem Renate Müller im Zuge eines One-Night-Stands einen Knoten in der Brust entdeckt hatte, erschütterte der Krebs auch Ingrid Müllers Leben. Wie die beiden Journalistinnen (Ingrid ist Chefredakteurin von Netdoktor.de, Renate Reporterin beim hessischen Rundfunk) mit der eigenen und der Erkrankung der Schwester umgingen, erzählen sie in MADONNA.

Wie so vieles verbindet Sie beide das Schicksal Brustkrebs. Inwiefern hat diese Schocknachricht Ihre Bindung verändert?
Renate Müller:
Es ist bei  Zwillingen einfach unabänderlich, dass das Schicksal der einen das Schicksal der anderen ist. Und dass die Angst, den anderen zu verlieren, wahnsinnig groß ist, weil man so eine starke Bindung als Zwillinge hat. Ich war die Erstbetroffene, aber trotzdem stand auch Ingrids Leben von Anfang an auf dem Kopf.

Ingrid Müller: Und dennoch ist zunächst dadurch, dass ich gesund und du krank warst, eine gewisse Schieflage zwischen uns entstanden …  

Renate: Wir haben nicht wirklich gestritten. Aber Ingrid hat gefürchtet, dass ich nicht in guten Händen sei. Ihr wäre es, wie jedem anderen Angehörigen in dieser Situation, wahrscheinlich lieber gewesen, wenn ich bei ihr und damit unter ihrer Aufsicht gewesen wäre. Ich fühlte mich dadurch unverstanden, weil ich erst meinen eigenen Weg finden und meine Krebserkrankung annehmen musste. Sie hat einige Zeit gebraucht, um das zu verstehen, wahrscheinlich warst du auch einfach hilflos.

Ingrid: Ja, man will nur das Beste und beginnt dann zu recherchieren und bestimmte Therapiemethoden vorzuschlagen. Das verwirrt den Betroffenen aber bloß und er braucht erst einmal Zeit, seinen eigenen Weg zu finden. Das habe ich dann durch meine Erfahrung mit der Krankheit erst richtig erkannt.

Ingrid, während Ihre Schwester bereits mitten in der Chemotherapie war, wurde bei Ihnen Brustkrebs festgestellt – hatten Sie eine Vorahnung?
Ingrid:
Nein. Ich habe versucht, in mich hineinzuhorchen, um herauszufinden, ob sich bei mir auch so etwas abspielt wie bei Renate. Ich habe mich aber gut gefühlt. Das Unheimliche ist ja, dass man davon nichts spürt. Natürlich wusste ich, dass mein Risiko, auch zu erkranken, als eineiiger Zwilling sehr groß ist, aber ich dachte trotzdem nicht, dass es mich so bald treffen würde. Zum Glück habe ich aber auf den Rat der Ärzte gehört, mich eingehend untersuchen zu lassen.

Das ganze Interview über das Schicksal von Renate & Ingrid Müller lesen Sie in Ihrer aktuellen MADONNA.