Shitstorm wegen Saint-Laurent-Kampagne

Models in "erniedrigenden" Posen

Shitstorm wegen Saint-Laurent-Kampagne

Eine neue Werbekampagne des Modehauses Saint Laurent mit auffallend dünnen Models in "erniedrigenden" Posen sorgt derzeit in Frankreich für Empörung. Bei seiner Behörde seien rund 50 Beschwerden gegen die beiden Werbeplakate eingegangen, sagte der Chef der französischen Werbeaufsicht (ARPP), Stephane Martin, am Montag. Das Modehaus die geltenden Regeln "eindeutig" verletzt.

Empörungswelle 

Eines der in ganz Paris hängenden Plakate zeigt ein auf dem Boden liegendes Model im Pelzmantel mit weit geöffneten Beinen in Netzstrümpfen. Auf dem zweiten Plakat beugt sich ein mit einem Body bekleidetes Model auf Stöckelschuhen mit Gummirollen über einen Hocker, das Gesäß weit nach oben gestreckt.

Einige Kritiker sähen in den beiden Bildern einen "Aufruf zur Vergewaltigung", andere eine Verherrlichung der Magersucht, sagte Martin. Er fügte hinzu, er wisse nicht, ob Saint Laurents Kundinnen gerne mit derartigen Bildern in Verbindung gebracht würden. Eine ähnliche Art der Modewerbung mit pornografischen Anklängen "hatten wir vor zehn Jahren schon einmal", sagte er. "Dass das jetzt wiederkommt, ist nicht hinnehmbar."

Noch keine Stellungnahme seitens YSL

Die ARPP untersagt alle "abwertenden oder demütigenden Darstellungen von Menschen" in der Werbung. Die Behörde kann von den Verantwortlichen verlangen, derartige Kampagnen zurückzuziehen oder zu ändern. Nach Angaben von Martin ist für Freitag ein Treffen mit dem Modehaus geplant, danach werde seine Behörde über das weitere Vorgehen entscheiden.

Im Kurzbotschaftendienst Twitter startete bereits eine Kampagne für die Rücknahme der Werbung. Von Saint Laurent war dagegen zunächst kein Kommentar zu bekommen.

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