Becker

Barbara Becker spricht offen über ihr …

Leben im Empty Nest

Nachdem ihre Söhne Noah & Elias ausgezogen waren, litt Barbara Becker unter dem „Empty-Nest-Syndrom“. Wie sie lernte, das neue Leben zu genießen, beschreibt sie jetzt in einem Buch. 

Ich muss damit klarkommen, dass die wichtigsten Menschen in meinem Leben nicht mehr auf mich angewiesen sind, dass sie jetzt woanders leben“, sagt Barbara Becker (54) im Gespräch mit ihrer Freundin Christiane Soyke. Zusammen mit der „Bunte“-Journalistin schrieb die Ex-Frau von Tennis-Ass Boris Becker (53) über die für sie so schwere Zeit, nachdem ihre ­beiden Söhne ausgezogen waren. Das Schlimmste für die Anti-Aging- und Pilates-Expertin, die in Miami in einer traumhaften Villa wohnt: Ihre Burschen verließen zunächst sogar die USA und starteten in weiter Ferne in ihr junges Leben. Noah (27) werkt inzwischen als Künstler in Berlin, Elias (21) studiert nun in New York Film und Fotografie. Barbara Becker blieb also zurück – mit ihrem von Experten so genannten „Empty-Nest-Syndrom“. Wie sie über dieses – mithilfe ihrer Freundinnen wie Co-Autorin Christiane Soyke, ebenfalls Mutter eines flüggen Sohnes – hinweg kam, beschreibt Becker jetzt in „Mama allein zu Haus“, einem Buch, das manch einer Single-Mom erwachsener Kinder aus der Seele spricht. 
 
Sie haben ein Buch über das Empty-Nest-Syndrom geschrieben. War der Auszug Ihrer Kinder so ein lebensveränderndes Ereignis für Sie?
Barbara Becker: Absolut. Im Grunde genommen war ich nicht darauf vorbereitet, dass die Kinder an einem anderen Ort leben werden, wenn sie erwachsen sind. Ich kenne Eltern, die mit ihren Kindern und Enkeln in einer Straße leben. Das war irgendwie auch immer meine Vorstellung, obwohl ich wusste, dass dies wahrscheinlich nicht so sein wird. Bei meinen Kindern waren es nicht nur ein paar Straßen weiter, sie sind gleich nach ihrem Schulabschluss auf einen anderen Kontinent gezogen.

Und haben Mama allein zu Hause zurückgelassen?
Becker: Anfangs ein sehr befremdliches Gefühl, mit dem ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte – und auch nicht wollte. Zu Beginn hat es sich komisch angefühlt, dass das Haus plötzlich so still war, keine Jungs mehr im Garten Basketball spielten und keine Freunde mehr klingelten. Da ging es mir total wie meiner Freundin Christiane Soyke, mit der ich mich sehr oft darüber unterhalten habe. Aus diesen Gesprächen ist dann ja auch unser gemeinsames Buch „Mama allein zu Haus“ entstanden. Wir mussten uns beide umstellen, unser Leben neu ausrichten. Ich war es ja noch nicht einmal beim Essen gewohnt, Single-Portionen nur für mich zuzubereiten. Meine berühmten Smoothies musste ich jeden Tag einfrieren, weil ich immer zu viele Zutaten in den Mixer schüttete. Es war wirklich eine komplette Neu-Orientierung selbst bei den einfachsten Dingen.

Konnten Sie in Ihrer Trauer keinen Funken Freude finden?
Becker: Natürlich war ich auch vor meinen Kindern fröhlich, ich hatte immer Spaß am Leben. Aber wir Mütter vergessen meistens, warum wir früher glücklich waren, welche Erlebnisse so einzigartig waren, dass man pures Glück empfand. Der Fokus meines Lebensglücks drehte sich mehr als 25 Jahre nur um meine Kinder. Ich musste lernen, mir neue Glücksmomente zu schaffen – unabhängig von den Jungs. Ich habe viel gearbeitet und noch mehr meditiert, bin über meine eigenen Grenzen gegangen wie zum Beispiel durch die Teilnahme bei „Let’s Dance“.
 
Wie ist Ihr Verhältnis heute zu Ihren ­Kindern?
Becker: Nach wie vor sehr gut. Wir ­telefonieren fast täglich miteinander und sie beziehen mich zum Glück immer noch in ihre Pläne ein. Aber sie führen ganz klar jeder für sich ein eigenes Leben, treffen ihre eigenen Entscheidungen, und ich musste lernen, das zu akzeptieren. Ich gebe Ratschläge, wenn ich gefragt werde, auch wenn sie die manchmal nicht mehr so gut finden. 
 
Wie oft konnten Sie Ihre Kinder während der Pandemie sehen?
Becker: Noah habe ich monatelang nicht gesehen, weil er in Berlin lebt und ich ja in Miami. Dafür konnte ich kurz vor dem ersten Lockdown Elias überreden, nach Miami zu kommen und dann haben wir sehr viel Zeit miteinander verbringen können. Das war trotz der schwierigen Umstände und der erschreckenden Zahlen gerade in den USA eine schöne Zusatzrunde für uns. Wir haben wochenlang niemanden gesehen, waren nur zu Hause. Inzwischen studiert er in New York und kommt mich zum Glück oft besuchen.
 
© Gräfe und Unzer Verlag
Gräfe und Unzer Verlag
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Das Buch „Mama allein zu Haus – Wie geballte Freundinnen-Power uns
vor dem Empty-Nest-Syndrom bewahrte“ ist ab 8. März im Gräfe und Unzer Verlag um 18,50 Euro erhältlich.