Schule

Schulstart

Bestens gerüstet für das neue Schuljahr

Im Klassenzimmer kommt auf Kinder so einiges zu. Lesen Sie, wie Sie Stress reduzieren, Ihr Kind unterstützen und Probleme wie Kurzsichtigkeit frühzeitig erkennen können.  

Resilienz – eine Tugend, die eineinhalb Jahre Pandemie den Kindern und Jugendlichen abverlangt haben. Denn ob Distance Learning, massive Kontakteinschränkungen oder langes Tragen von Mund-Nasen-Schutz – die Liste an Veränderungen war und ist lang. Und daneben sind auch jene Herausforderungen und Stolperfallen nicht verschwunden, die abseits der Pandemie entstehen.

Corona-Regeln für die Schule: 

1. Test-Offensive
In den ersten beiden Schulwochen wird an allen Schulen dreimal getestet (Antigen-PCR-Antigen). Inwieweit danach weiter getestet wird, hängt vom regionalen Infektionsgeschehen ab. An 300 „Wächter“-Standorten werden laufend PCR-Tests durchgeführt. Für geimpfte Schülerinnen und Schüler entfällt die Testpflicht nach der zweiwöchigen Sicherheitsphase.

2. Maskentragen
Während der Sicherheitsphase zu Beginn muss abseits des Klassenzimmers Maske getragen werden. Ungeimpfte Lehrer müssen während der Sicherheitsphase auch im Klassenraum Maske tragen. Danach wird die Maskenpflicht je nach regionaler Risikolage beurteilt.

3. Impfung ab 12
Um ein niederschwelliges Angebot für Schülerinnen und Schüler ab 12 zu schaffen, sollen die Schulen von Impfbussen angefahren werden.

4. Luftfilter
Wo Lüften nicht oder nur schwer möglich ist, sollen Luftreinigungsgeräte zum Einsatz kommen. Derzeit wird erhoben, an welchen Standorten dies der Fall sein wird. Es wird auch überlegt, ob ­etwa in Musikzimmern Luftfilter eingesetzt werden sollen.

5. Frühwarnsystem
Das Ministerium setzt hier auf zwei Schienen: TU Wien und Uni Innsbruck werden bei über 100 Kläranlagen Abwasseranalysen durchführen, um die virale Aktivität zu prüfen. Bei erhöhtem Risiko werden Schulen und Kindergärten vorgewarnt, um regional reagieren zu können, etwa mit Tests oder Maskenpflicht. Daneben sollen die laufenden PCR-Testungen an den 300 „Wächter“-Schulen ein Abbild des Risikos geben. Bei Anstieg ­werden alle Schüler getestet.   

Stress ist auch für Kinder Alltag
Überforderung und Stress sind nicht nur für Erwachsene tägliche Realität. Kids sind auf vielfältige Weise im Alltag gefordert und Stressfaktoren ausgesetzt. In der Schule wirken permanent neue Informationen ein, gleichzeitig gilt es, vielfältige soziale Situationen zu navigieren sowie Eindrücke und Probleme zu verarbeiten. Und auch im familiären Umfeld können sich Stressquellen ergeben, etwa wenn der Alltag wenig Struktur hat oder die Eltern einen stark leistungsorientierten Lebensstil vorgeben. Die Pandemie und die vielen Veränderungen und Einschränkungen, die sie mit sich bringt, füllen den Stress-Topf weiter. Gleichzeitig kommt die Entspannung häufig zu kurz: Erquickende Freizeitunternehmungen und sozialer Austausch fallen je nach Pandemiephase häufig ins Wasser, Sorgen werden gewälzt, die Schlafqualität leidet. Pandemiebedingte Ängste und Sorgen rauben übrigens nicht nur Erwachsenen den Schlaf, viele Kinder und Jugendliche schlafen deutlich schlechter. Auch die allerjüngsten sind betroffen: Viele Kleinkinder und sogar Babys würden schlechter schlafen weil sie die Sorgen und Ängste der Eltern spüren, wie Reinhold Kerbl, Leiter der Abteilung für Kinder und Jugendliche am LKH Hochsteiermark in Leoben bei einem Pressegespräch der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin erklärte. Maßnahmen zur Stressreduktion für Groß und Klein sind also wichtiger denn je und dem Wohl der Kinder sehr zuträglich.

Ernährung als wichtige Säule

Was bei all dem Stress häufig zu kurz kommt, ist die ausgewogene Ernährung. Das moderne Essverhalten der Erwachsenen wie auch der Kinder zeichnet sich häufig durch Nährstoffarmut, künstliche Zusatzstoffe und einen hohen Anteil Zucker und Fett aus. Aufgrund dieser Kombination sind Kinder häufig schon sehr früh gleichsam (kalorisch) überernährt und (nährstofflich) unterversorgt. Kombiniert mit – ebenfalls modernem – Bewegungsmangel wird eine Kette gesundheitlicher Nachteile und Risiken in Gang gesetzt, darunter beispielsweise Nährstoffmängel, die in ausgeprägten Fällen die Entwicklung stören können, und Übergewicht mitsamt seiner vielfältigen möglichen Begleiterkrankungen. Je früher das Übergewicht entsteht, desto früher, länger und häufiger bestehen auch damit zusammenhängende Erkrankungen. Gesunde Ernährung und viel Bewegung, wie sie im Idealfall auch zuhause vorgelebt werden, nähren Kids körperlich wie auch psychisch bestens.

Kurzsichtig durch Lockdown?
Eine kindergesundheitliche Entwicklung, die durch die Pandemie noch verstärkt wurde, ist die Kurzsichtigkeit. Wie auch bei Erwachsenen wird das Auge durch häufiges Nahsehen stark belastet und neigt aus diesem Grund zur Sehschwäche. Das viele Nahsehen ist besonders durch Bildschirme (TV-Geräte genauso wie Tablets oder Smartphone) bedingt, die auch den Alltag von Kindern zunehmend prägen. Distance Learning machte es auf weiten Strecken auch unmöglich, die Bildschirmzeit auf ein für Kinder gesundes Maß einzuschränken. Diese Tatsache, gekoppelt mit der, dass durch den hauptsächlichen Aufenthalt in Innenräumen wenig Fernsehen (wie Draußen üblich) stattfindet, schafft besonders unvorteilhafte Voraussetzungen. Tatsächlich konnte eine Studie bereits nachweisen, dass während der Zeit der ersten Lockdowns im Frühjahr letzten Jahres deutlich mehr Kinder an Kurzsichtigkeit erkrankten. Entsteht die Kurzsichtigkeit sehr früh, also schon im Kindesalter, so verschlechtert sie sich in den meisten Fällen mit steigendem Alter. Auch das Risiko für Folgeerkrankungen der Augen, etwa einer Netzhautablösung oder Makuladegeneration, steigt an. Da der kindliche Sehsinn erst mit dem etwa zwölften Lebensjahr voll ausgereift ist, können durch übermäßigen Bildschirmkonsum auch andere Bereiche der Sehsinn-Entwicklung empfindlich gestört werden: „Tablets oder Smartphones sind platt. Dies kann die Entwicklung des räumlichen Seh- und Vorstellungsvermögens bei Kindern beeinträchtigen, oder den korrekten Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht“, gibt Oberarzt Prof. Dr. Martin Dirisamer zu bedenken. „Zudem kann es zu vorübergehender verschwommener Sicht und auch zum Schielen kommen.“ Der Facharzt für Augenheilkunde rät: „Kinder in der Volksschule sollten maximal eine Stunde täglich vor dem Tablet oder Smartphone sitzen.“

Kinderaugen schonen 

Um die Augengesundheit zu fördern und die vielen negativen Einflüsse abzufedern, können einige Tipps dienen. „Ich empfehle Ausgleich zu schaffen, indem sich die Kinder so viel wie möglich im Freien aufhalten – mindestens zwei Stunden pro Tag“, rät der Augenoptikermeister David Vogelhuber. „Gleichzeitig sollten die Zeiten der Naharbeit (Anm.: Lesen, Handy, PC, Laptop, Tablet), wenn nicht schulisch notwendig, reduziert werden. Weiters kann man auch mit speziellen Brillengläsern und Kontaktlinsen die Zunahme der Kurzsichtigkeit hemmen.“ Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind zentral, um Kurzsichtigkeit früh zu erkennen und früh therapieren zu können. Eine individuell angepasste Kinderbrille hilft dabei, Probleme zu korrigieren und Schäden vorzubeugen.
  

❯❯ So essen Kids ausgewogen 

✏ Wasser als standard
Kinder sollten hauptsächlich Wasser oder ungesüßte Tees trinken, Limonaden oder Säfte möglichst vermeiden.

✏ „Volle“ Beilagen wählen
Beilagen aus Vollkorn und/oder stärkehaltigem Gemüse liefern wichtige Nährstoffe.

✏ Gemüse und Obst en masse
Ein paar Portionen Gemüse und 1–2 Portionen Obst täglich!

✏ Hochwertiges Protein

Fisch, helles mageres Fleisch, Hülsenfrüchte und Eier sind top, fette und stark verarbeitete Fleischprodukte sind zu meiden.

✏ Fett ja, aber richtig
Hochwertige Pflanzenöle wie extra natives Olivenöl sind die richtige Wahl bei der Speisenzubereitung. Auch Nüsse und Samen liefern gesunde, pflanzliche Fette. Tierische Fette bitte sparsam!