Fotoschau zu Schauspielern im Rupertinum Salzburg

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Alle Fotos der Schauspielerin und Fotografin Margarita Broich haben eines gemeinsam: Die abgebildeten Menschen sind unmittelbar vor der Fotoaufnahme auf einer Theaterbühne oder vor der Kamera gestanden. Die Ausstellung ist noch bis 4. Oktober ab 10 Uhr (außer am Montag) im Salzburger Museum der Moderne Rupertinum zu sehen.

Broich - selbst in Inszenierungen von Wilson, Schlingensief, Tabori, Schleef oder Heiner Müller Stammgast auf großen Theaterbühnen - hat ihre Kollegen in den ersten Minuten nach dem Applaus, beim ersten Bier nach dem Fall des Vorhangs, beim ersten Durchatmen nach "Ende der Vorstellung" fotografiert.

"Jedermann" Peter Simonischek, der "Tod" von 2008, Clemens Schick, und "Buhlschaft" Sophie von Kessel sitzen in Büßerkostüm, erdiger Farbe auf der Haut oder im blauen, hier aber glanzlos wirkenden Kleid in schmuddeliger Garderobe. Die Blicke sind leer, der Ausdruck stumpf, erschöpft und müde. "Alle meine Kollegen haben meine Arbeiten bereits gekannt und den Fotos zugestimmt", so Margarita Broich heute, Freitag, bei der Pressebesichtigung. "Alles andere wäre undenkbar, diese Bilder sind viel zu privat. So aber wirken sie wie Familienfotos. Man sieht diese großartigen Menschen in schäbiger Umgebung - das ist die Spannung in meinen Bildern", sagte Broich, die im Rupertinum ihre Ausstellungspremiere feiert.

Thomas Thieme völlig zerstört, Martin Wuttke fix und fertig, Thomas Quasthoff wie immer nur mit müden Augen. Broich hat ihre realistischen und großformatigen Hochglanz-Fotos künstlerischer Erschöpfung auch von Schauspielern wie Veronica Ferres, Christina Schäfer, Kate Winslet, Christiane Hörbiger oder Klaus Maria Brandauer gemacht. Letztere drei haben die Fotos für die Ausstellung, nicht aber für die Presse freigegeben. Vielleicht ist die Maske allzu weit gefallen.

INFO: "Ende der Vorstellung", Fotoausstellung von Margarita Broich. Von 24. Juli bis 4. Oktober. Täglich ab 10 Uhr außer montags. Salzburger Museum der Moderne, Stammhaus Rupertinum. Weitere Informationen unter http://www.museumdermoderne.at.

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