Dance-Feuerwerk im Gasometer mit Jan Delay

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Jan Delay ist am Ziel angekommen: Sein Mitte August erschienenes Solo-Album "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" wartet mit einem furiosen Disco-Funk-Soul-Dance-Feuerwerk ohne Blindgänger auf. Ab 20:00 stellt er am 15. Oktober gemeinsam mit seiner Begleitband Disko No.1 seine Live-Qualitäten unter Beweis, und zwar in der BA-Halle im Gasometer in Wien.

"Alle mussten erst einmal wachsen, bis wir wussten, wo der Hammer hängt", beschrieb der 33-jährige Hamburger im Interview mit der APA den Weg vom Vorgänger "Mercedes Dance" zum neuen Werk. Begleitet wurde Delay dabei auch im Studio von der Disko No.1, einem groovenden Ensemble aus Band, Bläsern und Background-Sängerinnen.

"Das ist die Platte, die ich schon mit 'Mercedes Dance' machen wollte, aber einfach noch nicht konnte", erzählte der Deutsche bei einem Besuch in Wien. "Man muss lernen, muss Fehler machen, eine Band haben, die eingespielt ist, die auf diese Art von Musik flasht, das richtig spielen kann. Wenn man sich an Acts wie Chic, Johnny Guitar Watson oder Michael Jackson orientiert, darf man nicht vergessen, dass die auch mehrere Platten gemacht haben, bis sie zu dem Album hingekommen sind, das man immer zitiert. So gesehen sind zwei Platten ein ganz guter Schnitt."

Durchgestartet war Jan Delay alias Jan Philipp Eißfeldt Anfang der 90er Jahre mit dem Hip-Hop-Trio Absolute Beginner (später nur noch Beginner). "Schon zu Rap-Zeiten haben wir Leute über den Rap-Kontext hinaus angesprochen", betonte der Sänger. "Wir sind immer ein bisschen musikalischer gewesen als der Rest. Wir haben lange an Beats gearbeitet, haben so lange herumarrangiert, wie es kein anderer an Rap-Beats tun würde, so dass man die Stücke ohne Stimme durchhören konnte und es geil klang. Da ist es nur klar, dass man irgendwann anfängt, auf ganz andere Genres überzuspringen. Mit dieser Musikalität, mit der wir damals Hip-Hop-fremde Personen angesprochen haben, spreche ich nun Funk-fremde an."

Dass Hip-Hop-Künstler heute eine Brücke zum Reggae, Rock und Pop schlagen dürfen, ohne als Verräter abgeurteilt zu werden, spiele ihm "nur zu", wie Delay erläuterte. "Seit 2001 hat sich die Genre-Faschisterei erledigt. Ab dem Zeitpunkt, an dem Britney Spears über einen Neptunes-Beat gesungen hat, ab da war alles neu. Und seitdem ist auch in der Hip-Hop-Welt dieses Engstirnige weg und im Pop alles erlaubt. Mit dem Mash-Up hat sich alles freigemacht. Genres und Grenzen reißen ein."

INFO: Jan Delay, Konzert. 15. Oktober 2009, 20:00 Uhr. Gasometer/BA-Halle, Guglgasse 8, 1110 Wien. Weitere Informationen unter www.ba-halle.at. Band-Site: www.jan-delay.de.

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