Schokolade ist kein Auslöser für Migräne

Migränepatienten überschätzen häufig Nahrungsmittel als Auslöser für ihre Beschwerden. Spezielle Diäten sind daher für die meisten Betroffenen unnötig. So ist etwa der grundsätzliche Verzicht auf Alkohol in der Regel überflüssig. Auch Schokolade steht zu Unrecht im Ruf, Migräneattacken auszulösen, erläutert die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in München.

In der Vorphase eines Migräneanfalls bekommen Patienten häufig unter anderem Heißhungerattacken - und vertilgen in kürzester Zeit eine ganze Tafel Schokolade. In einer Studie wurden zwei Patientengruppen untersucht. Die eine war überzeugt, dass ihre Migräneattacken durch Schokolade ausgelöst würden, die andere hatte keinen derartigen Auslöser bei sich beobachtet. Beide Gruppen bekamen in einer Blindverkostung einmal Schokolade und einmal einen Ersatzstoff, der sich geschmacklich nicht von Schokolade unterschied.

Zwischen den Gruppen wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt - die Migräneattacken traten ähnlich häufig auf. Der DMKG zufolge könnte aber eine Essattacke vor dem eigentlichen Migräneanfall für manche Patienten sogar günstig sein. Der Körper rüste sich im Vorfeld schwerer Migränesymptome und nehme Kalorien auf, bevor Appetitlosigkeit und Übelkeit einsetzen.