Greenpeace: "Schwarze Liste" der Pestizide

Rund ein Drittel davon seien auch in der europäischen Lebensmittelproduktion zugelassen. Greenpeace forderte, den Einsatz gefährlicher Spritzmittel weltweit zu beenden. "In der konventionellen Landwirtschaft werden nach wie vor Chemikalien verwendet, die Menschen krank machen und die Natur zerstören können", sagt der Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen. Die Studie sei von zwei nicht zu Greenpeace gehörenden Experten erarbeitet worden. Sie hatten im Auftrag der Umweltorganisation alle international eingesetzten und relevanten 1.150 Pflanzenschutzmittel nach ihrer Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt überprüft. Als dritter Autor firmiert der ehemalige Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter.

Die gelisteten Agrargifte können nach Santens Angaben unter anderem Krebs auslösen, die Fruchtbarkeit beeinflussen oder die Nerven schädigen. "Sowohl die Anwendung von Spritzmitteln, als auch der Verzehr von behandeltem Obst, Gemüse und Getreide birgt gesundheitliche Risiken." Pestizide belasten zudem das Grundwasser, Amphibien, Insekten und Vögel. "Nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft muss dafür sorgen, dass gefährliche Pestizide aus dem Verkehr gezogen werden", forderte Santen.

Die Gutachter ordneten die Stoffe in einem Punktesystem nach Stärke und Gefährlichkeit der Giftwirkung. "Ein Stoff erhält umso mehr Wirkungspunkte, je eindeutiger seine schädliche Wirkung erwiesen ist, beziehungsweise je stärker sein betrachteter Effekt gemäß den ausgewerteten Datenquellen ist", heißt es in der Untersuchung. So gibt es beim Kriterium Giftigkeit für "nachgewiesene Wirkung am Menschen und wahrscheinliche Wirkung am Menschen oder ausreichende Evidenz hierfür" oder eine "eindeutige Wirkung im Tierversuch" die höchste Punktzahl. Jeder Wirkstoff, der im Ranking zu den obersten 10 Prozent der bewerteten Stoffe gehört oder mindestens eine von den Autoren als sehr gefährlich identifizierte Eigenschaft aufweist, wurde auf die "Schwarze Liste" gesetzt.

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