Frau shoppt online am Black Friday

Top-Deal des Jahres?

Die Schattenseiten von Black Friday

Bald ist es wieder soweit: Am 26. November ist Black Friday – der Feiertag für Schnäppchenjäger. Die jährliche Rabatt-Schlacht beginnt schon am 22. November mit der Black Week und endet am 29. November mit dem Cyber-Monday. Doch was spricht eigentlich gegen dieses Event? 

Ursprünglich stammt der Black Friday aus den USA, denn dort ist der Freitag nach Thanksgiving der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. Um die Menschen in einen Kaufrausch zu versetzen, locken zahlreiche Geschäfte und Online Shops mit satten Preisnachlässen auf populäre Produkte. Inzwischen wurde der Black Friday um die Black Week, das Black Weekend und den Cyber Monday ergänzt. Teilweise sind schon vor dem Black Friday Rabattaktionen und Sonderangeboten erhältlich. Doch diese Tage bringen nichts Gutes mit sich:

Spontankäufe sollten vermieden werden

Tage wie der Black Friday oder der Cyber Monday sind für viele eine Falle. Millionen von Menschen lassen sich von den Top-Angeboten blenden und kaufen Dinge, die sie gar nicht benötigen. Sie können dem reduzierten Preis nicht widerstehen. Wer sich im Vorfeld Wunschlisten anlegt, vermeidet Spontankäufe und kann gezielt nach reduzierten Produkten suchen, die man wirklich braucht.
Oft ist es aber gar nicht so leicht, bei den vermeintlichen Top-Angeboten nicht schwach zu werden und dem Kaufdrang zu widerstehen. Es wurde sogar wissenschaftlich bewiesen, dass allein der Anblick von Prozentzeichen bei einem Preisschild das Belohnungssystem in unserem Gehirn aktiviert. Die Gefahr ist also groß, am Black Friday auch noch etwas Ungeplantes zu kaufen.

Die Schnäppchen-Falle

Die Angebote von Händler wie „Top-Deal des Jahres“ oder „70 Prozent Rabatt“ klingen zwar sehr verlockend sind aber in Realität oft nicht wirklich günstiger. Das Vergleichsportal Netzsieger hat einen Monat lang Preise von Technik-Produkten einiger Händler beobachtet und dabei starke Preisschwankungen festgestellt. Bei einigen Geräten sind die Preise vor dem Black Friday sogar um bis zu 70 Euro gestiegen.
Warum hat man dann trotzdem den Eindruck, am Black Friday Geld zu sparen? Dahinter steckt ein Trick der Händler: Sie versprechen zum Beispiel 50% Rabatt auf den Originalpreis und nennen dabei die UVP - die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Die UVP ist immer sehr hoch angesetzt, jedoch verlangt kaum ein Händler tatsächlich diesen Preis. Am Black Friday werden dann immer übertrieben hohe Preise angegeben, wodurch das Angebot viel extremer wirkt.

Risiko für Händler

Man möge meinen, der Black Friday wirkt sich vor allem auf die Unternehmen positiv auf. Vor einigen Jahren ging der Rabattspektakel für die Elektronikketen Media Markt und Saturn nach hinten los. Am Black Friday erlebten die beiden Unternehmen zwar ihren umsatzstärksten Tag in der Geschichte, jedoch lief das Geschäft im Dezember nicht so wie geplant. Ihre Kund*innen hatten im November schon ihre Weihnachtskäufe erledigt, was dazu führte, dass sich im Dezember die Geräte in den Lagern stapelten. Ein sehr großes Problem für Händler liegt darin, dass durch diese Rabattschlachten, die Menschen irgendwann nicht mehr den normalen Preis für Produkte bezahlen wollen, vor allem in der Technik- aber auch Modebranche. Unternehmen schaffen immer mehr Anlässe zum Shoppen, wie zum Beispiel der inzwischen etablierte Singles Day aus China, wodurch das normale Preisgefüge entwertet wird.

Preisnachlässe, Rabatte und Sonderangebote am Black Friday und Co. klingen zwar auf den ersten Blick sehr vielversprechend, jedoch sollte man die Rahmenbedingungen dahinter nicht aus den Augen lassen. Am Besten sollte man sich zuerst überlegen, was man wirklich braucht und nicht sofort alles in den Warenkorb legen, was reduziert ist. Oft schadet es nicht, mehr Geld für ein qualitativ hochwertigeres Produkt auszugeben, worüber man sich länger Gedanken gemacht hat.