Bioessen ist nicht gesünder

Studie zeigt

Bioessen ist nicht gesünder

"Die Studie bedeutet nicht, dass die Leute keine Bioprodukte essen sollen."

Biolebensmittel haben keinengesundheitlichen oder ernährungstechnischen Mehrwert gegenüber normalenLebensmitteln© www.sxc.hu

Wer "bio" kauft fühlt sich auf der sicheren Seite. Aber sindBiolebensmittel wirklich gesünder? Geht es nach der Meinung von britischenForschern, dann kann man sich den Kauf von Bioprodukten aus gesundheitlichenGründen sparen.

Laut einer Studie, in der 162 Einzelstudien aus den letzten50 Jahren ausgewertet wurden, haben Biolebensmittel nämlich keinengesundheitlichen oder ernährungstechnischen Mehrwert gegenüber normalenLebensmitteln. Es seien einige wenige Differenzen beim Nährstoffgehaltfeststellbar gewesen, aber diese seien für die Gesundheit wohl von geringerBedeutung.

Keine gesundheitlichen Gründe
Die Studie wurde von derbritischen Nahrungsmittelbehörde (FSA) in Auftrag gegeben und kam zu diesemdoch erstaunlichen Ergebnis. FSA-Konsumentenbeauftragte Gill Fine meintegegenüber dem Sender BBC, es gebe, "wenn überhaupt, nur einenkleinen Unterschied" zwischen Bioprodukten und anderen.

Persönliche Gründe
Und es gebeauch "keinen Beleg für einen gesundheitlichen Nutzen, wenn manBiolebensmittel isst". Die Studie bedeutet allerdings nicht, dass dieLeute keine Bioprodukte essen sollen. Die Argumente für deren Kauf seien auswissenschaftlicher Sicht allerdings nicht gesundheitliche Gründe, sondernpersönliche Anliegen wie Tier- oder Umweltschutz.

Viele Menschen kaufen lieber Naturkost als die herkömmliche Supermarktwareund bezahlen dafür einen höheren Preis, weil sie sich davon eine gesündereErnährung versprechen. Der weltweite Markt für Bio-Lebensmittel hatte 2007ein Volumen von schätzungsweise 34 Milliarden Euro.

Auswirkungen von Pestiziden
Die Bio-Branche zeigte sichenttäuscht von den Ergebnissen und kritisierte die Methodik der Studie.Diese habe dazu geführt, dass die Wissenschafter einige eindeutigeErnährungsvorteile von biologisch angebauten Lebensmitteln als unwichtigeingestuft hätten, sagte Peter Melchett, Politik-Direktor der britischenSoil Association, einer Organisation für den landwirtschaftlichen Anbau vonBio-Produkten. Zudem seien die Langfristfolgen von Pestiziden auf denmenschlichen Körper noch nicht ausreichend erforscht.