Leipziger Buchmesse 2010

Lesen und Lauschen, Schmökern und Schlendern: Vier Tage lang werden die Leipziger Messehallen wieder zum Paradies für Leseratten. 1.500 Buchautoren aus nah und fern werden vom 18. bis zum 21. März auf der Leipziger Buchmesse erwartet.

Ob Roman oder Biografie, Manga oder Sachbuch, eines haben ihre Werke gemeinsam: Es sind die Neuerscheinungen des Frühjahrs 2010. Verleger, Kritiker, Buchhändler und Agenten aus ganz Deutschland reisen an, um für die literarischen Novitäten zu werben oder sie unter die Lupe zu nehmen. Aber die Hauptrolle auf der Frühjahrs-Schau der Messe spielt das Publikum.

Als Unternehmen zeigt sich die Büchermesse trotz Wirtschaftskrise stabil. "Wir sind von der Krise nicht so betroffen", sagt Buchmesse-Direktor Oliver Zille. Rund 2100 Aussteller aus 38 Ländern sind dabei. Das sind etwa so viele wie 2009. Im vergangenen Jahr kamen rund 147 000 Besucher. Wachstum - wie regelmäßig in den vergangenen Jahren - gab es bei diesen Zahlen aber nicht. "In Zeiten, in denen Verlage sparen müssen, zeigt sich das Programm stabil", fast Zille die Situation zusammen.

Von den beiden Literaturnobelpreisträgern Herta Müller und Günter Grass bis zu Jungautoren des Leipziger Literaturinstituts: 1500 haupt- und nebenberufliche Schriftsteller werden erwartet, darunter auch Schauspieler, Musiker und Politiker; wie Katja Riemann, Nina Hagen und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Zudem können die Leser, Verleger und Buchhändler die Literaturszene anderer Regionen der Welt erkunden.

Auf einem speziellen Südosteuropa-Campus stellen sich Verlage und Autoren der Balkanstaaten vor; erstmals ist Bosnien-Herzegowina in Leipzig zu Gast. Es gibt ein deutsch-spanisches Autorentreffen, eine nordische Literaturnacht und einen Gemeinschaftsstand Lateinamerika. Traditionell in Leipzig dabei ist auch das Schwerpunktland der Frankfurter Buchmesse. "2010 hat Argentinien seinen großen Auftritt in Frankfurt - und ist bei uns mit einem Spezialprogramm vertreten", kündigt Zille an.

Besonders im Blick hat Zille die jungen Leseratten - oder Kinder und Jugendliche, die noch für das Lesen begeistert werden müssen. Auf dem Programm stehen 150 Lesungen in Schulen und Kindergärten der Stadt. Auf einem Viertel der Buchmessefläche geht es um Kinder- und Jugendliteratur. Bei mehr als 400 Lesungen, Workshops und Aktionen können junge Leser mit Schriftstellern ins Gespräch kommen oder über ihre Lieblingsbücher sprechen. Rund 30 000 Kinder und Jugendliche werden zur Buchmesse erwartet. Allein 1000 Schulklassen werden in die Messehallen kommen.

Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Die Besucher können sich auch über Literatur für die Ohren informieren. Mehr als 100 Aussteller bringen die neuesten Hörbücher mit. Junge Sprechertalente konnten sich im Februar in einem Online-Voting für die Wahl zum "Super-Sprechen" bewerben. Auf der Buchmesse wird dann das größte Sprechertalent gekürt. Der Gewinner darf eine Rolle bei einer Hörspielproduktion übernehmen.

INFO: www.leipziger-buchmesse.de; www.leipzig-liest.de