Kairos-Preis an den Isländer Andri Magnason

Der isländische Schriftsteller Andri Magnason hat am Sonntag in Hamburg den mit 75.000 Euro dotierten Kairos-Preis der Alfred Toepfer Stiftung erhalten. Der 36-jährige Autor ("Dreamland") warnte bereits 2006 vor der Finanzkrise, die sein Heimatland wenig später erschüttern sollte. Mit anderen Künstlern wie Björk und der Band Sigur Ros setzt er sich für den Erhalt von Islands unberührter Natur ein.

"Andri Magnason hat das kontemplative Verhältnis, in dem Dichter seit Jahrhunderten zur Natur stehen, umgedreht und aus dem Besingen und Verinnerlichen der Natur eine aktive, kämpferische Haltung gewonnen", heißt es in der Begründung des Preiskuratoriums.

In seinen Gedichten, Romanen und Sachbüchern sucht Magnason stets den Bezug zum realen Leben und widmet sich den Dingen, die er bedroht sieht. So ließ er die isländische Hauptstadt für einen Moment verdunkeln, damit die Bewohner der dauerbeleuchteten Metropole die Pracht des Sternenhimmels genießen konnten.

Der Kairos-Preis wird seit 2007 an europäische Kulturschaffende aus verschiedenen Bereichen verliehen. Benannt nach dem Gott des "rechten Augenblicks" der griechischen Mythologie, ist der Preis Anerkennung und Ermutigung zugleich: Er versteht sich nicht als Auszeichnung eines abgeschlossenen Lebenswerkes, sondern als Impuls zu weiterem Wirken.